"Ohne Sektorenkopplung geht nichts", prophezeit Achim Südmeier, Vertriebsvorstand des Kölner Regionalversorgers Rheinenergie, auf dem VDE-Tec Summit für die Zukunft. Am Referenzobjekt der Firma, der Stegerwaldsiedlung in Köln, zeigt er, was notwendig ist, um die Sektorenkopplung in die Praxis umzusetzen: ein abgestimmtes Zusammenspiel aller Sparten.
Als Leuchtturmstadt des Projektes Grow Smarter soll in der Siedlung der Entwurf vom neuen Wohnen in der Stadt in die Tat umgesetzt werden. Städte müssen intelligenter werden, um den Bedürfnissen der Bewohner gerecht zu werden und den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Im Projekt sollen Städte und Industrie zusammen gebracht werden, um die Bereiche Energie, Infrastruktur und Transport bestmöglich miteinander zu verknüpfen. Die Pilotumsetzungen in Stockholm, Barcelona und Köln fördert die EU mit 25. Mio. Euro.
Glasfaserverbindung ist unverzichtbar
In der Stegerwaldsiedlung gelingt dies bereits recht erfolgreich: "In dieser Siedlung erreichen wir nur mit PV im Jahresdurchschnitt einen Autarkiegrad von 70 Prozent", berichtet Südmeier von den Erfolgen in den 16 Wohnblöcken der Siedlung. Die Zauberformel: PV-Anlagen, Speicher, Wärmepumpen, Mieterstrom, E-Mobilität Siedlungsmanagement, Smarthome und Glasfaseranbindung in einer Hand.
Unverzichtbar ist für die Stadt von Morgen vor allem letztere, denn für viele Dienste wird eine schnelle Internet Verbindung benötigt. Über eine Mobilitäts-App können die Bewohner der Siedlung auf verschiedene Transportmittel zugreifen. Dazu gehören Fahrräder, E-Autos und Car-Pools. Eine weitere Anwendung informiert die Bürger über ihren aktuellen Energieverbrauch.
Mieterstrom wird essenzieller Bestandteil
Grundsätzlich ist Mieterstrom ein essenzieller Bestandteil der Energie von morgen: "Klar ist: Die Kunden sind die Erzeuger." In der Stegerwaldsiedlung wurden deswegen alle Häuser mit PV-Anlagen auf den Dächern ausgestattet. Die hier produzierte Energie wird wiederum in Batterien gespeichert, die Wärmeversorgung erfolgt über Wärmepumpen. Die Steuerung des Systems erfolgt über ein Smart Home. Die Abrechnung hingegen wird von einem Nachbarschaftsmanagementtool übernommen.
Rheinenergie schätzt sich glücklich, dass es alle Sparten unter einem Dach vereint und somit die Dienstleistungen anbieten und verknüpfen kann. Südmeier sieht hier das größte Problem für andere Unternehmen: "Die Frage ist, wie bringe ich alle Systeme zusammen? Viele Unternehmen sind ein- oder zweispartig." Gelingt das Zusammenspiel aller Sparten sind CO2-Einsparungen von bis zu 60 Prozent möglich. (hol)



