Grünstrom aus Sonne und Wind hat 2025 dominiert. (Symbolbild)

Grünstrom aus Sonne und Wind hat 2025 dominiert. (Symbolbild)

Bild: © Calado/AdobeStock

Das Ökostrom-Gütesiegel "ok-power" hat Power-Purchase-Agreements (PPA) in seine Zertifizierungskriterien aufgenommen. Damit soll das Engagement von Anbietern honoriert werden, die über PPA die Integration zusätzlicher Erneuerbaren-Mengen ermöglichen, teilt Ok-Power mit.

Seit Anfang Oktober 2023 ist der angepasste Kriterienkatalog für die Zertifizierung mit dem "ok-power-Siegel" nun gültig. Dabei sind erstmals PPA in den Zertifizierungskriterien berücksichtigt; sie werden demnach in das bestehende Wahlpflichtkriterium I "Neuanlagenförderung" integriert.

Marktrelevanz von PPA

Nach eigenen Angaben kommt Ok-Power damit dem eigenen Anspruch nach, die Zertifizierungskriterien aktuell zu halten und bei Bedarf an Marktentwicklungen anzupassen. PPA gewinnen derzeit an Marktrelevanz. Ok-Power will die langfristige Stromabnahme-Verträge dabei als Finanzierungsinstrument für die Errichtung und den Betrieb neuer erneuerbarer Erzeugungsanlagen anerkennen.

Durch die Zertifizierung mit dem Gütesiegel weisen Ökostromanbieter nach, dass sie 100 prozentigen Ökostrom aus erneuerbaren Energien liefern, nicht an Atomkraftwerken, Braunkohle- und neuen Steinkohlekraftwerken beteiligt sind, sowie faire und transparente Vertragsbedingungen haben. Über die so genannten Wahlpflichtkriterien müssen die Anbieter zudem einen Beitrag zur Beschleunigung der Energiewende leisten – etwa durch die Errichtung von zusätzlichen EE-Anlagen.

Integration von Teilmengen

Hier sieht Ok-Power demnach einen besonderen Wert im Bau von EE-Anlagen, deren Finanzierung ohne (staatliche) Fördersysteme gestemmt werden könne. Dies könne unter anderem durch langfristige Abnahmeverträge und damit sichere, kalkulierbare Lieferbedingungen für den produzierten Strom gelingen.

Das Ökostrom-Siegel baut PPA daher in das bestehende Wahlpflichtkriterium "Neuanlagenförderung" ein, genauer gesagt in das Kapitel 3.1.1 "Beschaffung von Herkunftsnachweisen aus zusätzlichen Neuanlagen". Dies soll die einfache Integration von (Teilmengen aus) PPA-Projekten ermöglichen sowie einen unkomplizierten Mengenausgleich bei (nicht voraussehbarer) Minder-Performance der PPA-Anlagen.

Abgenommene Strommenge

Herkunftsnachweise von PPA-finanzierten EE-Anlagen werden künftig entsprechend der PPA-Laufzeit länger als Neuanlagen anerkannt. Ausschlaggebend ist der PPA-Vertrag, die maximale Dauer beträgt 8 Jahre. Zudem wird die jährlich von der PPA-Anlage abgenommene Strommenge anerkannt. Entwertet werden die Herkunftsnachweise dabei aus den genannten PPA-Anlagen.

Das "ok-power"-Gütesiegel wird seit dem Jahr 2000 von EnergieVision vergeben. Der gemeinnützige Verein wird vom Öko-Institut und dem Hamburg Institut getragen. Ziel ist die Förderung des Verbraucher- und Umweltschutzes in der Energiewirtschaft, speziell im Ökostrommarkt. Dafür will Ok-Power die Stromkunden und -kundinnen bei der Wahl eines glaubwürdigen Ökostromtarifs und die Stromanbieter bei der Zertifizierung entsprechender Angebote unterstützen. (jk)

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