Auf dem Jahreskongress der "Smarthome Initiative Deutschland" in Nürnberg hat ihr Vorstandsvorsitzender Günther Ohland am Mittwoch die Fachleute von Produktentwicklern bis zu Installateuren ermahnt: „Denken Sie mit dem Kopf der normalen Uroma. Die muss auch mal 14 Tage in einem Smart Home leben.“ Die Technik sei nur Mittel zum Zweck: „In jedem Haus müssen wir leben und uns wohlfühlen“, forderte Ohland ein Umdenken auf Seiten aller Lieferanten.
"Jetzt ist der Mensch im Mittelpunkt"
Die positiven Entwicklungen der vergangenen zehn Jahre beim vernetzten Heim stellte Alexander Schneider-Scharper, der Geschäftsführer der Initiative, heraus: „Wir haben den Menschen in den Mittelpunkt gerückt“, auch dank der neuen Produkte. Doch es fehle noch das Bewusstsein beim Handwerk, dass die Dienstleistungen auch von anderen erbracht werden könnten: Über eine Serviceplattform könne man Studenten auch noch abends um sieben bestellen. Das Handwerk müsse sich also umstellen, wolle es in Zukunft weiter erfolgreich auch bei Smart Home tätig sein.
Auch wenn Roland Willrich von der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe da nicht voll mit den Initiativen-Gründern konform ging: Insgesamt sah auch er Änderungsbedarf bei Installateuren wie Großhandel.
Smart Homes in Microgrids
Thomas Jäger als Vertreter der Hersteller gab ebenfalls zu: „Ein Denken wie in den letzten 100 Jahren ist überholt.“ Die vernetzte Technik verändere alles.
Das wiederum bietet auch jede Menge Chancen, dezentrale Energie-Zellen zu verküpfen, bis hin zur Nutzung von Smart Homes als Erzeugungs- und Speichersysteme für die Energiewirtschaft, gab sich Gerhard Kleineidam vom technisch-wissenschaftlichen Verein VDE Nordbayern sicher. Er leitet dort den Arbeitskreis „Energieversorgung 4.0“, der sich mit genau jener Vernetzung beschäftigt. (Heinz Wraneschitz)



