Am 1. September war es soweit, zum ersten Mal führte die Bundesnetzagentur (BNetzA) eine Innovationsausschreibung durch. Insgesamt waren 650 MW für Einzelanlagen als auch für Anlagenkombinationen ausgeschrieben. Eingegangen sind 133 Gebote mit einem Volumen von 1095 MW.
Mit 83 Geboten und 785 MW machten den Großteil der eingereichten Gebote Anlagenkombinationen aus. 50 weitere Gebote und damit 310 MW bezogen sich auf PV-Einzelanlagen. Insgesamt erhielten 73 Gebote und 677 MW einen Zuschlag. Dabei vereinten 28 Anlagenkombinationen 394 MW auf sich. 27 davon waren Solaranlagen in Verbindung mit einem Speicher. Lediglich eine Windkraft-Speicher-Kombination ging erfolgreich aus der Ausschreibung heraus.
Im EEG nachjustieren
Kennzeichnend für die Innovationsausschreibung, die nächstes Jahr ein weiteres Mal stattfinden soll, ist nicht nur der Zusammenschluss mehrerer Anlagentypen, sondern auch eine fixe statt der gleitenden Marktprämie, sowie eine endogene Mengensteuerung bei Unterzeichnung und der Verzicht auf Förderung bei negativen Preisen.
Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung betont die Wichtigkeit der Innovationsausschreibungen für die Zukunft der Energiewende: "Das Ergebnis der gemeinsamen Ausschreibung von kombinierten Erneuerbaren-Projekten zeigt, dass die Bundesregierung mit der Ausgestaltung der Innovationsausschreibungen schon einen Schritt in die richtige Richtung gegangen ist." Nun müsse der Gesetzgeber im EEG nachjustieren, denn die Innovationsausschreibungen können noch mehr leisten, so Andreae: "So bietet dieses Ausschreibungssegment die Chance, die Nutzung von Strom in Zeiten negativer Preise für eine Reihe von Flexibilitäten voran zu bringen. In der Innovationsausschreibung könnten Projekte zur Wasserstofferzeugung, lokale Wärmeerzeugung aus Erneuerbaren-Strom oder weitere regionale Flexibilitäten gefördert werden."
Auch die BayWa r.e., die selbst erfolgreich an der Ausschreibung teilgenommen hat, sieht die EEG-Novelle als Chance für breit aufgestellte Innovationsausschreibungen: "Die Innovationsausschreibungen sollten zudem gezielt auf weitere vielversprechende Ansätze ausgeweitet werden. Technologien wie beispielsweise Agri- und Floating-PV könnten so im Rahmen eines eigenen Ausschreibungsfeldes die Möglichkeit erhalten, sich in der Praxis weiterzuentwickeln und am deutschen Markt zu etablieren", betont Marc Krezer, Teamleiter Projektentwicklung Deutschland bei BayWa r.e.
Solar überzeichnet, Wind nur leicht unter Plan
Neben der Innovationsausschreibung fanden parallel zwei technologiespezifische Ausschreibungen für Wind an Land und Solar statt. Während die PV-Runde mit 675 MW fast um das Dreifache der ausgeschriebenen Menge (257 MW) überzeichnet war, verfehlten die Windkraft-Gebote mit 310 MW das ausgeschriebene Volumen von 367 MW knapp.
Höchstwerte bei Wind
Die Solarbranche ging bei einem mengengewichteten Durchschnittswert von 5,22 Cent pro kWh mit 75 erfolgreichen Geboten (258 MW) aus der Ausschreibung. Die anzulegenden Werte im Onshore-Bereich kratzten mit Beträgen zwischen 6,17 und 6,2 Cent pro kWh am geltenden Höchstwert von 6,2 Cent pro kWh. Insgesamt wurden für den Windkraftausbau an Land 22 Gebote mit 284 MW bezuschlagt.
Die nächsten Ausschreibungstermine für Windenergie an Land und Solarenergie finden jeweils am 1. Oktober und 1. Dezember 2020 statt. (lm)



