Katrin Jansen (Mitte) und ihr Sohn freuen sich über die neue Photovoltaik-Anlage auf dem Dach ihres Hauses. Mit dabei von den Stadtwerken Rees: Michael Roos (links) und Mareike Terlinden.

Katrin Jansen (Mitte) und ihr Sohn freuen sich über die neue Photovoltaik-Anlage auf dem Dach ihres Hauses. Mit dabei von den Stadtwerken Rees: Michael Roos (links) und Mareike Terlinden.

© Stadtwerke Rees

Es begann im Frühjahr 2019 als Experiment. Die Stadtwerke Rees (Nordrhein-Westfalen) suchten nach neuen Wegen, um alte Kunden an sich zu binden und neue zu gewinnen. Also taten sie sich mit der örtlichen Volksbank zusammen und schnürten ein Produkt namens "Mein Sonnenstrom", das sowohl dem Klima nützen sollte als auch allen Beteiligten.

Die Stadtwerke versprachen, Kunden nicht nur Phtovoltaik-Anlagen zu verkaufen, sondern diese auch zu montieren und zu betreuen. Und das rund um die Uhr, um Störungen frühzeitig zu erkennen und Ertragsausfälle für Kunden zu minimieren. Selbst Reinigung und Wartung sollten inbegriffen sein. Ein "Rundum-sorglos-Paket" eben, wie der damalige Stadtwerke-Chef Wolfgang Punessen warb.

"Erwartungen deutlich geringer"

Im Gegenzug würden die Kunden Reststrom von den Stadtwerken beziehen. Und sollten sie Finanzierungshilfe benötigen, dann stünde die Volksbank Emmerich-Rees mit flexiblen Konditionen für Darlehen und Abschlagszahlungen bereit.

Gut eineinhalb Jahre nach Ausrollen des Produkts ziehen die Stadtwerke eine Zwischenbilanz. Und die fällt "überraschend positiv" aus, wie Punessens Nachfolgerin Mareike Terlinden sagt. "Bisher haben wir 17 PV-Anlagen verkauft, weitere könnten bis Ende des Jahres dazukommen. Da waren unsere Erwartungen deutlich geringer."

Knapp 6000 Stromkunden

Zugegeben: Auch dank staatlicher Förderung und vorübergehend gesunkener Mehrwertsteuer ist das Interesse an neuen PV-Anlagen nicht nur in Rees, sondern bundesweit gestiegen. Gleichfalls sind die Stadtwerke Rees lediglich ein kleiner Player in der deutschen Kommunalbranche.

Knapp 6000 Stromkunden zählen sie. Noch viel weniger von ihnen haben Dächer, die sich für Solaranlagen eignen. Insofern sind sie in Rees auf die 17 PV-Deals durchaus stolz. Aus dem Experiment ist ein Produkt geworden, das bleiben soll.

Auch Wallboxes im Angebot

Inzwischen bietet das Unternehmen an, neben der PV-Anlage Wallboxes für Elektroautos zu installieren. Auch das komme gut an, sagt Terlinden. Wobei wiederum die üppige staatliche Förderung helfen dürfte. Aktuell werden die Ladeanschlüsse mit 900 Euro subventioniert.

Grundpreis bei 239,88 Euro

Für die Stadtwerke rechnet sich das Produkt vor allem deshalb, weil sie am Reststrom verdienen. Zwar müssen Kunden für ihren Ökostromtarif aktuell nur 26,18 Cent pro Kilowattstunde zahlen (0,6 Cent weniger als für normale Ökostromkunden), dafür liegt der jährliche Grundpreis bei 239,88 Euro brutto. Normale Ökostromkunden zahlen bei den Stadtwerken 113 Euro brutto. (ab)

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