Mehr als 75.000 Anlagen – davon sind die meisten PV-Anlagen – speisen in das Netz der Augsburger Lechwerke (LEW) ein. Im Hinblick auf die erzeugte Strommenge sind die PV-Anlagen nach der Wasserkraft und noch vor Biomasseanlagen die zweitwichtigste Säule der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im LEW-Netzgebiet. Rechnerisch könne man im LEW-Netz schon jetzt vor allem durch Wasserkraft, Photovoltaik und Biomasse über 70 Prozent des Stromverbrauch aller angeschlossenen Netzkunden decken.
Im ersten Halbjahr 2019 erzeugten die ans LEW-Netz angeschlossenen PV-Anlagen insgesamt rund 911 Millionen Kilowattstunden Strom – so viel wie noch nie im Zeitraum zwischen Januar bis Juni, teilte der Versorger mit. Besonders der Juni war im Hinblick auf die PV-Erzeugung ein starker Monat: Hier fielen fast 30 Prozent der gesamten PV-Erzeugung des ersten Halbjahres 2019 an. Auch bundesweit hatte die Photovoltaik im Juni einen sonnbedingt starken Monat: Erstmals war die Solarenergie stärkste Energiequelle, so Berechnungen des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme.
Rekorde auch bei überschüssigem Strom
Einen neuen Höchstwert erreichte auch jene Energie, die aus dem LEW-Netz in das vorgelagerte, europäische Übertragungsnetz gespeist wurde, da sie den aktuellen Bedarf aller ans LEW-Netz angeschlossenen Verbraucher überstieg: Hier wurde bis Ende Juni bereits so viel überschüssiger Strom in das Übertragungsnetz abgegeben, wie im ganzen Jahr 2018. Auch hier macht sich vor allem die Erzeugung aus Photovoltaikanlagen bemerkbar: Die stärkste Rückspeisung gab es 2019 am Ostersonntag gegen 13:45 Uhr mit einer Leistung von 1,1 Gigawatt.
"Das Netz haben wir für diese Aufgabe gut aufgestellt – durch moderne Technik und mit hohen Investitionen in Höhe von rund 80 Millionen Euro jährlich", sagt Josef Wagner, Geschäftsführer der LEW Verteilnetz GmbH. Alle ans Netz angeschlossenen Anlagen zur regenerativen Stromerzeugung können ihm zufolge ihren Strom in das Netz mit voller Leistung einspeisen. Die Anforderungen im täglichen Netzbetrieb steigen allerdings. "So müssen wir bei Arbeiten im Netz genau und lange im Voraus berechnen, wann, wie und wie lange eine Leitung abgeschaltet werden kann, weil die Einspeisung der Erneuerbaren so hoch ist." (sg)
