Die Landesregierung bezuschusst Solarspeicher auf privaten Häusern und kommunalen Gebäuden - und hat dafür rund fünf Millionen Euro im Haushalt 2019/20 eingestellt. Gefördert werden 100 Euro pro kWh Speicherkapazität, wie Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) in Mainz beim Startschuss für die sogenannte Solar-Offensive ankündigte. Privathaushalte können bis zu 1.000 Euro bekommen; Kommunen für Speicher auf Schulen, Kitas und Verwaltungsgebäuden bis zu 10.000 Euro. Von den rund fünf Millionen Euro sollen etwa 1,65 Millionen Privathaushalten zugute kommen.
Das sind die Voraussetzungen
Voraussetzung für die finanzielle Unterstützung: Privatleute müssen eine Photovoltaik-Anlage mit mindestens fünf kWp und einen Batteriespeicher mit fünf kWh Speicherkapazität auf ihrem Dach installieren. Ein 5-kWh-Speicher decke den durchschnittlichen Tagesbedarf eines Zwei-Personen-Haushalt und werde mit 500 Euro gefördert. Für einen doppelt so großen Speicher für einen Vier-Personen-Haushalt gibt es 1.000 Euro Zuschuss. Die Anschaffungskosten für eine kleinere Anlage plus Speicher belaufen sich nach Auskunft der Fachleute auf rund 13.000 Euro, für den Kauf der Anlage gebe es aber auch Zuschüsse und die gesamten Kosten seien spätestens nach 15 Jahren gedeckt.
Solar-Kataster in Planung
Der selbst erzeugte Strom sei bereits häufig günstiger als der Strom der Energieversorger, sagte Höfken. Und die Preise für Batteriespeicher seien deutlich gesunken. Die Landesregierung arbeite zudem an einem Solar-Kataster für geeignete Dächer. So soll jeder Eigentümer eine Empfehlung bekommen können, ob eine Anlage wirtschaftlich ist. Kommunen müssen ein Photovoltaik-Modul mit mindestens zehn kWp und mindestens 10 kWh Speicherkapazität installieren. Eine solche Anlage könne einen relevanten Anteil zur Eigenstromversorgung der Kommune, zur Straßenbeleuchtung oder dem Strombedarf der Liegenschaft, leisten. Die derzeit rund 3.180 Speicher sollen mit dem Programm um rund 2.800 steigen.
Ambitionierte Erneuerbaren-Ziele
Ziel sei es, so langfristig rund ein Viertel der Stromerzeugung zu decken, sagte Höfken. Die komplette Stromversorgung im Bundesland soll bis 2030 aus erneuerbaren Energien gespeist werden. "Mit 37 Prozent CO2-Einsparung seit 1990 stehen wir besser da als der Durchschnitt der Bundesrepublik", sagte Höfken. "Aber die restlichen drei Prozent bis zu unserem Ziel 2020 werden kein Selbstläufer." Auch deshalb müssten die erneuerbaren Energien weiter ausgebaut werden. (dpa/hoe)