"Ein Flächenverbrauch durch Solarparks findet nicht statt. Solarparks werten die Landschaft auf". Dies unterstrich Benedikt Ortmann, Geschäftsführer der BayWa r.e. Solar Projects am Mittwoch bei einem Pressegespräch in Berlin. Denn im Gegensatz zu konventionell bewirtschafteten landwirtschaftlichen Nutzflächen, werden die Flächen der Solarparks nicht gedüngt und mit Pestiziden behandelt, sondern extensiv bewirtschaftet bzw. gemäht, auch um die Begehbarkeit und Sicherheit der Anlagen sicherzustellen.
In der Studie wurde die Artenvielfalt in 75 Solarparks in neun Bundesländern untersucht. Dabei zeigte sich, dass die Biodiversität deutlich höher war als auf umgebenden landwirtschaftlichen Nutzflächen. So wurden beispielsweise in drei Solarparks in Brandenburg bis zu 44 Tagfalter- und bis zu 65 Heuschreckenarten gefunden. Gefährdete Eidechsen, Amphibien und gefährdete Pflanzen kommen in den untersuchten PV-Freiflächenanlagen ebenfalls deutlich häufiger vor als auf intensiv bewirtschafteten landwirtschaftlichen Flächen. Auch seltene Vögel wie Lerchen finden in den PV-Parks einen attraktiven Lebensraum, so Studienautor Rolf Peschel.
Blockade von Seiten der Landwirtschaftsämter in Baden-Württemberg
"Wir nehmen der Landwirtschaft keine Flächen weg, sondern helfen ihr dabei, die Biodiversität in der Landschaft wieder zu erhöhen", sagte Ortmann. Hierfür liefere die Studie nun wichtige wissenschaftliche Ergebnisse. "Vor Ort heißt es oft, ihr verbaut die Landschaft. Oftmals sind die positiven Auswirkungen von Solarparks auf die Artenvielfalt noch gar nicht bekannt", ergänzte Thorsten Jörß, Leiter der Projektentwicklung Photovoltaik bei der EnBW.
Vor allem in Baden-Württemberg blockierten vielfach Landwirtschaftsämter und der Bauernverband den Bau neuer PV-Freiflächenanlagen, so beispielsweise im Landkreis Biberach/Riss, berichtete Jörß im Gespräch mit der ZfK. Hier gelte es nun verstärkt Aufklärungsarbeit vor Ort zu leisten. "Oftmals weichen wir mit neuen Solarparks schon auf andere Bundesländer aus, wo die Akzeptanz besser ist“, sagte er.
Solarparkbetreiber stehen zu Ausgleichsverpflichtungen
Doch stehen die Solarparkbetreiber zu den Ausgleichsverpflichtungen für Flächeneingriffe wie den Bau von Trafostationen, Zäunen oder Zufahrtswegen, wie bei dem BNE-Gespräch deutlich wurde. Diese Kompensationszahlungen kämen dann zusätzlich den betroffenen Regionen und der Landwirtschaft zu Gute. Wichtig sei zudem, eine Bürgerbeteiligung bzw. kommunale Beteiligung über Stadtwerke an den Solarparks, um die Akzeptanz vor Ort zusätzlich zu stärken.
"Um die Klimaschutzziele zu erreichen, wird die Photovoltaik als günstige und umweltfreundliche Erzeugungsart ein Vielfaches der heute installierten Kapazitäten in Deutschland zubauen müssen. Neben Dachanlagen und versiegelten Flächen müssen zwangsläufig weitere Flächen für Solarparks erschlossen werden. Für die Unterstützung vor Ort ist es von elementarer Bedeutung, beim Bau von Solarparks die Belange des Naturschutzes, der Landwirtschaft und die der solaren Stromerzeugung in Einklang zu bringen", betonte BNE-Geschäftsführer Robert Busch. Hierfür liefere nun die neue Studie wichtige Erkenntnisse. (hcn)



