Die Zahl der Wind- und Solarenergieleistung, die außerhalb der EEG-Förderung vermarktet wird, wächst rasant. (lila: Wasserkraft; grau: Deponier- und Klär- und Grubengas; grün: Biomasse; dunkelgrün: Geothermie; dunkelblau: Windenergie an Land; hellblau: Windenergie auf See; gelb: solare Strahlungsenergie; y-Achse: MW)

Die Zahl der Wind- und Solarenergieleistung, die außerhalb der EEG-Förderung vermarktet wird, wächst rasant. (lila: Wasserkraft; grau: Deponier- und Klär- und Grubengas; grün: Biomasse; dunkelgrün: Geothermie; dunkelblau: Windenergie an Land; hellblau: Windenergie auf See; gelb: solare Strahlungsenergie; y-Achse: MW)

Grafik: © Energy Brainpool/Öko-Institut

Die Direktvermarktung außerhalb der EEG-Förderung wird immer beliebter. Dies zeigen Zahlen im Quartalsbericht "Monitoring der Direktvermarktung", der im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums veröffentlicht wurde.

Demnach stieg die Leistung in der sonstigen Direktvermarktung etwa um den Faktor sechs, wie die Autoren des Beratungsunternehmens Energy Brainpool und des Öko-Instituts schreiben. "Die sonstige Direktvermarktung ist dieses Jahr aus ihrem Schlaf erwacht", kommentierte Öko-Institut-Experte und Mitautor David Ritter auf Twitter.

Zuwachs im dritten Quartal

Vor allem handelt es sich dabei um ausgeförderte Anlagen. Anfang 2021 waren die ersten Erneuerbaren-Anlagen nach 20 Jahren aus der EEG-Förderung gefallen.

Dabei legten die Werte im dritten Quartal noch einmal deutlich zu. So stieg die Leistung um 16 Prozent (532 MW). Davon entfielen laut Bericht 246 MW auf Solarenergie und 232 MW auf Windanlagen an Land.

Auch PPA-Plus

Die meisten Anlagen wechselten aus einer anderen Vergütungsform in die sonstige Direktvermarktung. Mit 80 Prozent entfalle der größte Anteil hierbei auf Anlagen, die im Vormonat im Marktprämienmodell gewesen seien. Bei der Windenergie seien es sogar 88 Prozent.

Auch die Zahl der Direktlieferverträge erneuerbaren Stroms oder Power-Purchase-Agreements (PPAs) zog dieses Jahr deutlich an. Auch hier handle es sich vielfach um Geschäfte mit ausgeförderten Windenergieanlagen an Land.

Wind-PPAs nach EEG-Förderung

Im dritten Quartal habe sich der Zuwachs an PPAs allerdings verringert, heißt es weiter. So seien Windenergieanlagen an Land und auf See mit einer installierten Leistung von insgesamt 131 MW kontrahiert worden. Im zweiten Quartal dagegen sei es mehrheitlich zu Solar-PPAs gekommen.

Bei Solar-PPAs handle es sich fast ausschließlich um Neuanlagen, schreiben die Autoren. Wind-PPAs würden dagegen vor allem mit Bestandsanlagen abgeschlossen, die das EEG entweder vorzeitig oder nach 20 Jahren Förderzeit verließen.

Deutschland holt auf

Im europäischen Vergleich liege Deutschland bei kontrahierten Leistungen weiterhin im oberen Mittelfeld, heißt es im Bericht. Die Bundesrepublik hole gegenüber den früheren Leitmärkten Großbritannien und Skandinavien auf.

Allerdings sei die Anzahl öffentlich kommunizierter PPAs über Photovoltaik-Neuanlagen gegenüber 2020 bislang deutlich geringer ausgefallen. "Der Trend hin zu einem zusätzlichen Bau ungeförderter PV-Anlagen bestätigt sich 2021 bisher nicht", schreiben die Autoren. (aba)

Hier finden Sie den vollständigen Quartalsbericht "Monitoring der Direktvermarktung".

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