Die Frequenzabweichung im Stromsystem hat in den letzten Jahren erheblich zu genommen. Allein in den letzten sechs Jahren hat sich die Zahl der Abweichungen von mehr als 75 MHz verdoppelt. Erst diesen Januar seien bereits 19 Abweichungen über 100 MHz gemessen worden, so der Bundesverband Energiespeichersysteme (BVES).
Die Lösung zur Entschärfung der Situation und zur Gewährleistung der Netzstabilität sieht der Verband in der Erhöhung des Regelenergieangebots. Dementsprechend begrüßt der BVES die Erwägung des Verbandes Europäischer Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E), die Frequenzstabilität mithilfe der Einführung einer schnellen Regelreserve aus Speichern zu steigern.
Regelenergieangebot auf 5400 MW steigern
Hierfür empfiehlt der BVES ein zweistufiges Verfahren: Im ersten Schritt sollten, wie von ENTSO-E vorgeschlagen, zur kurzfristigen Stabilisierung des Systems schnell reagierende Energiespeicher in den Regelenergiemarkt gebracht und das Regelenergieangebot kurzfristig auf etwa 5400 MW erhöht werden. Damit stünde wieder genügend Regelreserve (FCR, Frequency Containment Reserves bzw. PRL, Primärregelleistung) bereit, um schnell auf die riskanten Frequenzschwankungen ausgleichend zu reagieren.
Begleitend empfiehlt der BVES die Entwicklung langfristig verbesserter Rahmenbedingungen sowie neue Regelenergieprodukte wie eine der PRL vorgelagerte Fast Frequency Response Control (FFR), um mit den neuen technologischen Möglichkeiten die Systemstabilität effizient und kostengünstig zu sichern. (ls)



