Die Stadtwerke Bayreuth haben fünf Mio. Euro in die Modernisierung der Wärme- und Kälteversorgung der Universität Bayreuth investiert. Entstanden ist in den vergangenen drei Jahren ein innovatives Kraft-Wärme-Kopplungs(iKWK)-System, das künftig jedes Jahr rund 5000 Tonnen CO2 vermeiden wird. Am Mittwoch hat der Probebetrieb der Anlage begonnen, teilt das kommunale Unternehmen mit.
Für die notwendige Energie der Universität sorgen zwei große Gasbrenner und mehrere Kältemaschinen auf dem Campus. Schon bald unterstützen die Gasbrenner nur noch, erklärt Jürgen Bayer, Geschäftsführer der Stadtwerke Bayreuth. Denn zusätzlich zu den Gasbrennern hat das Unternehmen ein großes Blockheizkraftwerk (BHKW) installiert. "Es hat eine elektrische Leistung von knapp 3,5 Megawatt", sagt Bayer. Neben dem BHKW sind zwei große Wärmepumpen installiert worden, die der Luft Wärme entziehen und diese ins Uni-Netz einspeisen – wie ein umgekehrt arbeitender Kühlschrank. Ein weiterer Bestandteil des Projekts ist ein sogenannter Elektrodenkessel, im Prinzip nichts anderes als ein "Wasserkocher" im XXL-Format.
Intelligente Steuerung vernetzt die einzelnen Komponenten
"Der ist dann im Einsatz", erklärt der Geschäftsführer, "wenn im Netz zu viel Strom produziert wird, beispielsweise weil Windkraftanlagen und Photovoltaikanlagen mehr Strom liefern, als momentan gebraucht wird." Der Elektrodenkessel erhitzt in diesem Fall das Wasser des Nahwärmenetzes der Universität Bayreuth. "So können wir die Energie nutzen. Das ist besser, als beispielsweise Windräder auszuschalten."
Auch für den Fall, dass mehr Strom im Netz gebraucht wird, als momentan verfügbar ist, kann die Anlage an der Universität helfen: Dann nämlich kann der vom BHKW produzierte Strom direkt ins Stromnetz eingespeist werden und es so stabilisieren. Damit die Komponenten ideal miteinander harmonieren, vernetzen die Stadtwerke Bayreuth sie mit einer intelligenten Steuerung. So kann jede Komponente automatisch auf Änderungen reagieren und die Stadtwerke können jederzeit nachvollziehen, was gerade passiert und notfalls eingreifen. (gun)



