Die Steag will in ihrem Windpark im brandenburgischen Ullersdorf einen Verstetigungsspeicher mit einer Leistung von 13,2 MW und einer Kapazität von 79,2 MWh installieren. Damit sollen die Potenziale der Technologie beim Netzausbau erprobt und aufgezeigt werden. Mit der Projektskizze "SteadyWind" nimmt der Essener Energiekonzern gemeinsam mit dem Kasseler Technologieunternehmen Enercast und dem Institut für Energiesysteme, Energieeffizienz und Energiewirtschaft der TU Dortmund am Ideenwettbewerb "Reallabor der Energiewende" des Bundesministeriums für Wirtschaft (BMWi) teil. Die Bundesregierung will im Rahmen des Wettbewerbs große Energiespeicher im Stromsektor in einem realen Umfeld testen und hält dafür Fördermittel in Millionenhöhe bereit.
Am Steag-Windpark in Ullersdorf soll mit einem Verstetigungsspeicher ein solches Reallabor entstehen. Der Windpark hat eine Anschlussleistung von 43 MW. Im Kern besteht das Projekt "SteadyWind" aus einem großen Batteriespeicher, der die Stromproduktion der Windkraftanlagen in Ullersdorf so ausbalanciert, dass Windenergie in Zukunft gleichmäßiger ins Stromnetz eingespeist wird. Bei starkem Wind glättet der Speicher die Leistungsspitzen vor Ort. Das bedeutet konkret: Ab einer Erzeugungsleistung von mehr als 30 MW wird der Leistungsüberschuss eingespeichert und bei geringerem Wind zeitversetzt ins Netz abgegeben. Verstetigungsspeicher reduzieren so verlässlich die maximale Einspeisung. Das verringert laut der Steag maßgeblich die technischen Anforderungen an das Stromübertragungsnetz.
Technologie ermöglicht Integration von mehr Ökostrom
Mithilfe dieser Speichertechnologie könnten bereits an das bestehende Stromnetz eine größere Anzahl von Windkraftanlagen angeschlossen und mehr Strom aus erneuerbaren Energien kontinuierlich integriert werden, heißt es. Die Steag hatte dazu im Dezember 2018 ein Konzeptpapier vorgestellt. Darauf aufbauend wollen die drei Projektpartner mit "SteadyWind" einen Prototyp schaffen, der anschließend bundesweit auch an anderen Standorten realisiert werden kann. Veranschlagt wird hierfür ein Investitionsvolumen im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Als neue Technologie soll bei dem Speicher eine Natrium-Schwefel-Batterie (NaS) eingesetzt werden. Diese ermöglicht eine lange Lebensdauer bei einer hohen Anzahl von Ladezyklen. Dies sei ein klarer Vorteil gegenüber den bisher verwendeten Lithium-Ionen-Batterien.
Die Steag betreibt seit 2016 sechs Großbatterie-Systeme mit einer installierten Leistung von 90 MW. Das Windpark-Projekt in Brandenburg ist nicht das einzige Vorhaben, das die Steag für den Ideenwettbewerb "Reallabor der Energiewende" eingereicht hat. Gemeinsam mit der Siemens AG und dem Institut für Zukunftsenergie- und Stoffstromsysteme (IZES gGmbH) sowie dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI GmbH) plant der Energiekonzern einen sogenannten "HydroHub" am Kraftwerksstandort im saarländischen Fenne. Dort soll im industriellen Maßstab im Elektrolyseverfahren Wasserstoff produziert werden. (hoe)



