Das Kernkraftwerk Krümmel in Geesthacht bei Hamburg wurde 2011 vom Netz genommen.

Das Kernkraftwerk Krümmel in Geesthacht bei Hamburg wurde 2011 vom Netz genommen.

Bild: © Daniel Reinhardt/dpa

An diesem Donnerstag (11.00 Uhr) beginnt zu dem Konflikt um die sogenannte Reststrommenge für das im Jahr 2011 stillgelegte Kernkraftwerk Krümmel in Geesthacht in Hamburg ein Zivilprozess, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Beide Konzerne sind zu jeweils 50 Prozent an der Krümmel-Betreibergesellschaft beteiligt.

Eine Reststrommenge ist eine fiktive Größe: Hierbei geht es um die Menge Strom, die in Krümmel hätte weiter produziert werden können, wäre die Betriebserlaubnis nicht im August 2011 durch eine Atomgesetzänderung nach dem Reaktorunfall von Fukushima erloschen. Allerdings war das Atomkraftwerk bei Hamburg aufgrund von Pannen schon seit Sommer 2007 fast durchweg vom Netz.

Vattenfall möchte Reststrommenge am Markt veräußern

PreussenElektra möchte Reststrommengen vom AKW Krümmel auf das Atomkraftwerk Grohnde bei Hameln (Niedersachsen) übertragen lassen, da die dortige Reststrommenge nach Unternehmensangaben voraussichtlich im Oktober aufgebraucht ist. PreussenElektra beansprucht nach Gerichtsangaben 44.000 Gigawattstunden im Wert von rund 415 Mio. Euro.

Um den Weiterbetrieb von Grohnde sicherzustellen, habe PreussenElektra auch den Erlass einer einstweiligen Verfügung beantragt, ergänzte der Gerichtssprecher. Dadurch solle rund ein Viertel der beanspruchten Reststrommenge vorläufig nach Grohnde übertragen werden können. Vattenfall Europe Nuclear Energy möchte die Reststrommenge von Krümmel dagegen am Markt veräußern. Mit Entscheidungen wird am Donnerstag voraussichtlich nicht gerechnet.

Grohnde darf bis Ende seiner Laufzeit 2021 am Netz bleiben

Um die von PreussenElektra beanspruchte Strommenge zu produzieren, muss ein Kernkraftwerk früheren Angaben zufolge etwa vier Jahre laufen. Grohnde darf bis Ende seiner Laufzeit 2021 am Netz bleiben. Früheren PreussenElektra-Angaben zufolge geht es vor allem um die Frage, ob der 50-Prozent-Anteil an Krümmel auch einen kostenlosen Anspruch auf 50 Prozent der Reststrommenge bedeute. Für das Unternehmen ist die Klärung auch in Bezug auf das stillgelegte Kraftwerk Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen/Schleswig-Holstein) wichtig. Auch an dieser Anlage sind beide Prozessparteien beteiligt: Vattenfall mit 66,7 Prozent, der Rest entfällt auf die PreussenElektra-Muttergesellschaft Eon. (dpa/hil)

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