Unterwegs in den Abendstunden: Am Heck des Spezialfahrzeugs ist eine Art Antenne, eine Feldsonde, angebracht. Sie kann elektrische Felder auffangen, die von intakten oder auch gestörten Kabeln abgestrahlt werden.

Unterwegs in den Abendstunden: Am Heck des Spezialfahrzeugs ist eine Art Antenne, eine Feldsonde, angebracht. Sie kann elektrische Felder auffangen, die von intakten oder auch gestörten Kabeln abgestrahlt werden.

Bild: © Stadtwerke Kiel

Das Auto ist mit einer speziellen Messsonde am Heck ausgestattet, mit der die erforderlichen Messungen ohne jeglichen Eingriff in die örtliche Stromversorgung durchgeführt werden können.
 
„Wir testen dieses sogenannte „Power Survey“-Verfahren, das im Vorbeifahren unser Stromnetz überprüft. Ein Vorteil dieses Verfahrens könnte darin liegen, dass wir Kabelfehler rechtzeitig erkennen", erläutert Sönke Schuster, Sprecher der Stadtwerke Kiel, den Hintergrund der anstehenden Testfahrten. Dies würde eine Reparatur ermöglichen, bevor eine Störung auftritt.
 
 



Funktionsweise

Die Firma, die dieses neue Verfahren testet, kommt aus den USA und hat mit einem Netzbetreiber in den Niederlanden gestartet und dort das Mess-Auto zugelassen. Am Heck ist eine Art Antenne, eine Feldsonde, angebracht. Diese ist in der Lage, elektrische Felder aufzufangen, die von intakten oder auch gestörten Kabeln abgestrahlt werden.

Ein intaktes Kabel sondert dabei nicht so viel elektromagnetische Signale ab, erklärt Schuster. Kommt es zu einem Kabelfehler, nicht unbedingt einem Kurzschluss, sondern einem Isolationsschaden, so sind diese Felder ihm zufolge ausgeprägter und können damit auch besser erfasst werden.

Wenn die Messtechnik auf dem Auto etwas registriert,  halten die Messtechniker an und versuchen, das Ergebnis mit der „normalen“ Messtechnik, einem Handmultimeter, zu bestätigen oder zu widerlegen. Darin könnte der Vorteil liegen, wenn sich dieser Messtest über eine längere Zeit beweist, verdeutlicht Schuster. Diese Methode werde in einigen deutschen Städten derzeit nach und nach getestet.

Instandhaltungsmaßnahmen optimal planen

Abhängig von den Ergebnissen wollen die Stadtwerke Kiel, gemeinsam mit ihrer Netzgesellschaft, SWKiel Netz GmbH, damit Instandhaltungsmaßnahmen im Versorgungsnetz besser planen. Für die Messungen mussten weder Verbraucher abgeschaltet noch zeitaufwendige Umschaltungen durch den Netzbetreiber vorgenommen werden. (sg)
 

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