Bei der Windkraft auf Kurs: die Baywa AG.

Bei der Windkraft auf Kurs: die Baywa AG.

© Baywa r.e.

Fast ein Drittel der installierten Leistung an PV-, Wind- und Biomasseanlagen, sowie Wasserkraftwerken sind in Privatbesitz. Rechnet man Landwirte hinz, stemmen die Bürger hierzulande fast 40 Prozent der 2019 installierten Erneuerbaren-Erzeugungsleistung. Der Zubau von neuen Anlagen wird jedoch von Banken, Fonds und Energieversorgern dominiert.  So die Zahlen einer Studie von Trendresearch im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE).

Zum ersten Mal in den zehn Jahre der Erhebung zur Eigentümerstruktur von Erzeugungsanlagen im Energiewendebereich ist die Gruppe der Bürgerenergie nicht mehr die größte beim Zubau der Erneuerbaren.  Nur noch 18 Prozent halten Privatpersonen hier. Ein Grund dafür ist die Windkraftkrise an Land. Während hier immer weniger Anlagen ans Netz gingen, boomte der Offshore-Bereich. Und hier sind die Energieversorger mit einem Anteil von fast zwei Drittel am stärksten vertreten.

Projektierer verlieren

Auch die Projektierer traf der stockende Windkraftausbau an Land in den vergangenen Jahren. Sie büßten am stärksten von allen Eigentümern ein und halten nun nur noch sieben Prozent am Gesamtzubau.  Banken und Fonds sind neben Energieversorgern mit 21 Prozent die absolut stärkste Gruppe.  Und auch die Gewerbetreibenden tragen immer mehr zur Energiewende bei. Ihr Anteil ist von 2016 auf 2019 um vier Prozentpunkte auf 16 Prozent gestiegen. Die Bürgerenergie hält zusammen mit Landwirten nur noch etwa ein Viertel an Neubauprojekten.

Dabei ist die Beteiligung der Bürger essentiell für das Gelingen der Energiewende, wie Robert Brandt, Geschäftsführer der AEE betont: „Zu Beginn der Energiewende waren es vor allem die Bürger*innen in Deutschland, die die wirtschaftlichen Chancen der Erneuerbaren Energien erkannt haben. Dass sich nun auch finanzkräftige Investoren mehr für eine klimaschonende Energieerzeugung engagieren, ist durchaus erfreulich. Doch die Bürgerenergie muss unbedingt weiter ihren Platz im Fortgang der Energiewende finden. Denn Beteiligungsmöglichkeiten fördern die Akzeptanz.“  (lm)

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