Die Verbundleitwarte ist für Stadtwerke das Rückgrat der öffentlichen Versorgung, bei den Stadtwerken Bamberg laufen dort alle Fäden für Strom, Gas, Wasser und schnelles Internet zusammen. Damit der Betrieb von Anlagen und Netzen auch während der Corona-Krise gewährleistet ist, haben sich die Mitarbeiter vor Ort am Montag in freiwillige Quarantäne begeben.
Kurz vor fünf Uhr morgens haben die vier Männer ihr vorübergehendes, neues Zuhause bezogen. Völlig isoliert von der Außenwelt soll das Risiko einer Ansteckung mit Covid 19 reduziert und der Notbetrieb gewährleistet werden. Steffen Urban, gelernter Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik und Teammitglied erklärt seine Entscheidung: „Strom, Gas, Wasser, Wärme, Internet – das sind allesamt kritische Infrastrukturen, die jetzt mindestens so zuverlässig funktionieren müssen wie an jedem anderen Tag auch.“
Heimaturlaub gegen Lagerkoller und ständige Corona-Tests
Die Mitarbeiter arbeiten während des Ausnahmezustandes wegen Corona in einem Vier-Schicht-System – sechs Stunden arbeiten, 18 Stunden Pause. Das Ganze maximal acht Tage am Stück, danach geht es für vier Tage auf Heimaturlaub. Um einem Lagerkoller vorzubeugen, werden die Teams dann durchgewechselt – allerdings erst, nachdem sie erneut negativ auf das Virus getestet wurden, betonten die Stadtwerke Bamberg.
Für den Einzug in die Quarantäne wurde aus der Leitwarte fix ein multifunktionaler Wohn- und Arbeitsort. Besprechungsräume wurden zu Schlafzimmern umfunktioniert, Duschen sind für die Mitarbeiter der Leitwarte reserviert und auch den Schlüssel zur Kantine hat das Team. Außerdem stehen täglich frische Obst- und Gemüselieferungen sowie Milchprodukte auf dem Plan.
Andere Versorger ergreifen ähnliche Maßnahmen
Eine Couch und ein Fernseher in der Kantine sollen für Abwechslung sorgen und im Hof der Leitwarte kann Sport gemacht werden. Auch die vier Stadtwerker haben an Entertainment gedacht: Neben Büchern, und Puzzles haben sie auch eine Playstation im Gepäck.
Nicht nur die Stadtwerke Bamberg sind diesen Schritt der freiwilligen Quarantäne gegangen, die Energieversorgung Wien hat laut lokalen Medienberichten bereits vergangene Woche ähnliche Vorkehrungen getroffen. Insgesamt haben dort 53 Mitarbeiter Isolierstationen der Kraftwerke bezogen. (ls)



