Der voranschreitende Ausbau der Erneuerbare-Energien-Anlagen braucht eine sehr leistungsfähige Netzinfrastruktur

Der voranschreitende Ausbau der Erneuerbare-Energien-Anlagen braucht eine sehr leistungsfähige Netzinfrastruktur

Bild: © Stephan Rudolph-Kramer/Wemag

Vor knapp zwei Jahren wurden die Stadtwerke Rietberg-Langenberg in Ostwestfalen gegründet. Ziel war der Einstieg in den Strom- und Gasvertrieb. Nun wagt das junge Unternehmen den Schritt ins Netzgeschäft. Der Kommunalversorger aus der Nähe von Gütersloh wird sich mit 74,9 Prozent an der neuen Netzgesellschaft Rietberg-Langenberg GmbH & Co. KG beteiligen die restlichen 25,1 Prozent bleiben beim bisherigen Eigentümer Innogy.. Die neue Gesellschaft, die bereits Anfang 2020 an den Start gehen soll, übernimmt für rund 23,8 Mio. Euro die Strom- und Gasnetze im Stadtgebiet von Innogy. Netzbetreiber bleibt die Innogy-Tochter Westnetz im Rahmen eines Pachtmodells. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadt Rietberg hervor.

Nach den Kommunen Langenberg und Soest hat Ende vergangener Woche auch die Stadt Rietberg grünes Licht für diese Lösung gegeben. Die Stadtwerke Soest halten eine Beteiligung von 49,9 Prozent an dem kommunalen Unternehmen aus Rietberg-Langenberg. Die anderen beiden Gesellschafter sind sind die Stadt Rietberg mit 37,6 Prozent und die Stadt Langenberg mit 12,5 Prozent. Die Abstimmung im Rietberger Stadtparlament fiel laut den "Westfälischen Nachrichten" mit 21 zu 15 Stimmen aber knapp aus. Um die Übernahme zu ermöglichen, muss die Stadt Rietberg zusätzlich 2,3 Mio. Euro als weitere Kapitaleinlage an die Stadtwerke Rietberg-Langenberg transferieren. Dies kann die Stadt nach eigenen Angaben aus dem laufenden Haushalt leisten. Die neue Netzgesellschaft wird von einer Doppeltspitze geleitet, jeder Gesellschaft stellt dabei einen Geschäftsführer. Die Namen würden frühzeitig vor der Gründung bekannt gegeben, heißt es auf ZfK-Anfrage.

Rietberg erwartet zweistellige Rendite

"Der Kapitaleinsatz in Höhe von etwa 2,3 Millionen Euro lohnt sich", versichert Rietbergs Bürgermeister Andreas Sunder. Der anteilige Ankauf führe zu einem Sondersteuereffekt von mehr als einer Million Euro. Rechne man diesen Effekt auf das eingesetzte Kapital ein, erwartet die Stadt Rietberg eine zweistellige prozentuale Rendite. Neben dem "attraktiven Risiko-Rendite-Verhältnis" erhoffen sich die Stadtwerke Rietberg-Langenberg als Mehrheitseigentümer und die daran beteiligten Kommunen auch mehr Einfluss auf die weitere Gestaltung der örtlichen Energiepolitik. "Schließlich findet die Energiewende lokal vor Ort statt", betont Sunder. Die Netzkonzessionen in Rietberg-Langenberg müssen Ende 2031 neu ausgeschrieben werden. (hoe)

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