Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach, eine effizienten LED-Beleuchtung im Gebäude und eine Speicherbatterie im Keller – so haben die Stadtwerke Trier (SWT) im ersten Halbjahr das Parkhaus Ostallee modernisiert. Die Immobilie am Alleencenter deckt künftig ihren jährlichen Strombedarf selbst.
Deutliche Stromeinsparung durch LED-Lampen
In einem ersten Schritt wurde der Energiebedarf des Parkhauses durch Umrüstung auf LED-Lampen um rund 50.000 auf nunmehr 150.000 kWh pro Jahr reduziert, Den Einbau der neuen Technik haben die technischen Auszubildenden der SWT in Eigenregie übernommen. Um den benötigten Strom umweltschonend und vor Ort zu erzeugen, haben die SWT auf dem Dach des Parkhauses eine Photovoltaik-Anlage gebaut. Seit Ende Juni sind die 636 Module in Betrieb und werden pro Jahr 186.000 kWh produzieren.
Deutliche Flexibilisierung
"Produziert die PV-Anlage einmal mehr Strom als wir zeitgleich brauchen, speichern wir die Energie in der Batterie und können sie bei Bedarf flexibel zur Verfügung stellen", erklärt Projektleiter Nicolas Wiedemeyer. Der Stromspeicher verfügt über eine Leistung von 50 kW und eine Speicherkapazität von 75 kWh. Dies bei einen Gesamtwirkungsgrad von über 90 Prozent.
Über eine intelligente Steuerung optimieren die SWT mithilfe des Speichers den Verbrauch. Das heißt: Er kommt genau dann zum Einsatz, wenn der tatsächliche Strombedarf kurzfristig überdurchschnittlich steigt, zum Beispiel wenn E-Autos an Ladesäulen „tanken“.
Batteriespeicher für Wasserwerk in Planung
Das Projekt hat Pilotcharakter. Es dient als Vorbild für andere SWT-Liegenschaften. So haben die SWT bereits im Bad an den Kaiserthermen einen weiteren Stromspeicher installiert. Ein dritter ist für das Wasserwerk Irsch in Planung.
Energieeffizienz-Potenziale in allen Sparten geprüft
"Egal, ob Parkhaus, Trinkwasserversorgung oder Abwasserreinigung: Wir untersuchen alle unsere Geschäftsfelder auf Potentiale für Energieeffizienz, erneuerbare Energieerzeugung und Speichermöglichkeiten“, erklärt SWT-Vorstand Arndt Müller. Einerseits zum Schutz der Umwelt, andererseits aber auch, um defizitäre Dienstleistungen, wie den Personennahverkehr oder das einzige öffentliche Hallenbad der Stadt auch in Zukunft vollumfänglich finanzieren zu können. (hoe)



