Gemeinsam für den "SuperLink" (v.l.): Alexander Alekseev, Technology Manager Linde, Werner Prusseit, Geschäftsführer Theva, Jörg Ochs, Geschäftsführer SWM Infrastruktur, Robert Bach, Fachhochschule Südwestfalen, Peter Michalek, Leiter Baumanagement SWM Infrastruktur, Andreas Mattivi, Leiter Netzinfrastruktur SWM Services, Dag Willén, Head of Superconducting Cable Development at NKT

Gemeinsam für den "SuperLink" (v.l.): Alexander Alekseev, Technology Manager Linde, Werner Prusseit, Geschäftsführer Theva, Jörg Ochs, Geschäftsführer SWM Infrastruktur, Robert Bach, Fachhochschule Südwestfalen, Peter Michalek, Leiter Baumanagement SWM Infrastruktur, Andreas Mattivi, Leiter Netzinfrastruktur SWM Services, Dag Willén, Head of Superconducting Cable Development at NKT

Bild: © SWM

Die SWM Infrastruktur – Netztochter der Stadtwerke München – hat mit der Linde AG, dem Supraleiterhersteller Theva, dem Kabelhersteller NKT, der Fachhochschule Südwestfalen und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) eine gemeinsame Absichtserklärung für ein supraleitendes Kabel in München unterzeichnet. Bevor die zwölf Kilometer lange Leitung "SuperLink" jedoch entstehen kann, muss noch ein Entwicklungsprojekt genehmigt werden. Derzeit reichen die fünf Partner die Förderanträge dazu ein.

Klappt alles, wäre München weltweit die erste Stadt mit einem Supraleiterkabel dieser Länge. Bisher gibt es in Deutschland mit AmpaCity, das 2016 abgeschlossen wurde, ein ähnliches Projekt in Essen von Innogy – ehemals RWE. Seinerzeit der mit einem Kilometer längste Supraleiter der Welt.

Vorteile von Supraleitern

Mit zwölf Kilometern würde München diese Länge mit Abstand übertreffen. Sobald es zur Zusage für das Entwicklungsprojekt kommt, sollen die Arbeiten dazu beginnen. Nach dessen erfolgreichem Abschluss wird die zwölf Kilometer lange Hochspannungsleitung zwischen dem Hauptumspannwerk Menzing und dem Lastschwerpunkt München Süd als "Hochtemperatur-Supraleiter" (HTS) ausgeführt, teilten die SWM mit.

Das Besondere an dieser Technologie sei die extreme Kompaktheit der Leitung bei gleichzeitiger Umweltneutralität – insbesondere im Vergleich zu herkömmlichen Kabeln und Freileitungen. Mit dem Gleichstromleiter entstehen außerdem keine elektromagnetischen Felder. So lasse sich hohe Leistung bei geringsten Verlusten und minimaler Beeinträchtigung der Bevölkerung erreiche. Gegenüber Kupferkabeln kann nach früheren Angaben des Herstellers Theva die fünf- bis zehnfache Strommenge bei Suprakabeln durchgeleitet werden.

Eisige Temperaturen nötig

Um die Supraleitfähigkeit zu entfalten, muss das Kabel allerdings auf eine bestimmte Temperatur heruntergekühlt werden – etwa minus 180 Grad Celsius. Dies geschieht mit dem Kältemittel Stickstoff in einem geschlossenen Kreislauf. Alexander Alekseev, Technology Manager bei Linde, erklärt, diese Kombination werde den Kern der modernsten Stromübertragungstechnologie bilden, "die dazu noch umweltneutral ist".

Freude gibt es auch bei Theva-Geschäftsführer Werner Prusseit, schließlich hat der weltweite Supraleiterhersteller mit dem Standort Ismaning quasi nebenan seinen Sitz. Mit diesem Kabel soll das Stromnetz der SWM zukunftsfähig werden. Das Projekt habe Signalcharakter und markiere einen entscheidenden Schritt zur kommerziellen Umsetzung der Supraleiungstechnologie im Netz, ist er sich sicher.

Zukunftsfähige Technik für München

Jörg Ochs, Geschäftsführer SWM Infrastruktur unterstreicht, man wolle die Energienetze Münchens zukunftsfähig machen. "Um das zu tun und gleichzeitig im Stadtgebiet den Bau von Hauptumspannwerken und weiteren Kabeltrassen zu minimieren, brauchen wir gut integrierbare Lösungen." Die "Hochtemperatur-Supraleiter"-Technik schaffe hier eine innovative, wirtschaftliche und akzeptable Alternative zu bestehenden Systemen. Mit diesem Kabel soll das Stromnetz der SWM zukunftsfähig werden. (sg)

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