Der Tagebau Jänschwalde in der Lausitz soll aufgrund der verursachten Umweltprobleme geschlossen werden.

Der Tagebau Jänschwalde in der Lausitz soll aufgrund der verursachten Umweltprobleme geschlossen werden.

Bild: © Jana Schönknecht/Adobe Stock

Überstundenabbau und Einsatz in anderen Werken: Einen Tag nach dem Stopp des Braunkohletagebaus Jänschwalde hat der Betreiber Leag die Beschäftigten über das weitere Vorgehen informiert. Der Großteil der rund 700 Mitarbeiter soll an anderen Standorten in Brandenburg und Sachsen eingesetzt werden, um dort die erhöhte Förderleistung zu unterstützen, wie der Tagebaubetreiber am Montag auf Nachfrage mitteilte.

Einige Mitarbeiter werden im Sicherheitsbetrieb in Jänschwalde (Landkreis Spree-Neiße) eingebunden sein und weiter vor Ort arbeiten. Auch soll es einen Ausgleich über den Abbau von Überstunden geben. Kurzarbeit soll es vorerst nicht geben; auch keine Entlassungen.

Unklarheit für das Personal

"Wir können derzeit noch nicht sagen, wer wohin gehen wird", sagte Leag-Sprecher, Thoralf Schirmer, nach einer Belegschaftsversammlung mit Personalvorstand Jörg Warniek und Bergbauvorstand Uwe Grosser am Montag.

Die Leag betreibt in Brandenburg die Tagebaue Jänschwalde und Welzow Süd und in Sachsen die Gruben Nochten und Reichwalde. Das Werk Jänschwalde in der Lausitz steht seit Sonntag still. Grund für den vorübergehenden Stopp ist ein Beschluss des Verwaltungsgerichts Cottbus vom Freitag. Die Richter entschieden, dass dem Betreiber keine längere Frist für eine zusätzliche Umweltverträglichkeitsprüfung als Voraussetzung für den Weiterbetrieb gewährt wird. Das Energieunternehmen hatte eine Fristverlängerung für diese Prüfung bis Ende November beantragt.

Klage der DUH

Ausgangspunkt war eine Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gemeinsam mit der Grünen Liga. Sie befürchten, dass Filterbrunnen im Bereich des Tagebaus besonders geschützte Gebiete wie etwa Moore gefährden. Der Konzern prüfe, ob gegen die Entscheidung des Gerichts Beschwerde eingelegt wird, sagte Sprecher Schirmer.

Nach Einschätzung des Bergbaubetreibers wird die Unterbrechung zehn bis zwölf Wochen dauern. Auf Anordnung des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) geht das Werk in den Sicherheitsbetrieb. Unter anderem seien Vorkehrungen für die geologische Standsicherheit des gesamten Grubenbetriebs im Tagebau getroffen worden.

Ergebnisse bis Ende der Woche

"Wir hoffen, dass das Landesamt bald Anordnungen gibt, sodass wir die weiteren Schritte planen und die Mitarbeiter entsprechend informieren können", sagte Uwe Teubner vom Konzernbetriebsrat. Bis zum Ende der Woche soll es für die Mitarbeiter konkrete Ergebnisse geben. "Die Stimmung unter den Beschäftigten ist mies", so Teubner. "Sie fühlen sich wie ein Spielball zwischen Behörden und Gerichten."

Seit Montagmittag bis zum Weiterbetrieb des Werks halten die Beschäftigten auf der Wiese vor dem Tagebau bei Cottbus eine Mahnwache. "Das Feuer wird so lange lodern, bis der Tagebau wieder in den Betrieb geht", teilte der Landesbezirksleiter Nordost der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, Oliver Heinrich, mit. Die Solidarität unter den Mitgliedern sei sehr groß. Viele wollten sich an der Mahnschicht persönlich beteiligen, so Heinrich. (dpa/pm)

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