Eon profitiert von Rwe Windenergie und wird damit die nächsten Jahre die britischen Kunden versorgen

Eon profitiert von Rwe Windenergie und wird damit die nächsten Jahre die britischen Kunden versorgen

Bild: © RWE

Kritisch sieht Bundesnetzagentur-Präsident Jochen Homann vor allem eine Aufweichung des Unbundling durch Aktivitäten und Szenarien von Netzbetreibern wie Tennet im Bereich Power to Gas. "Netzbetreiber dürfen selbst keinen Strom erzeugen und verkaufen und wir werden dies auch weiter felsenfest verteidigen, auch um Startups, die im Wettbewerb mit den Großen stehen, zu schützen", unterstrich Homann.

Homann: PtG im Ausland ist interessant

Deshalb sieht Homann Power to Gas (PtG) "vor allem als etwas für Unternehmen, die nicht im Netz unterwegs sind". Zudem verwies er auf die hohen Kosten und geringen Wirkungsgrade sowie die zusätzlichen Flächen für Wind- und Solarparks, die zur Erzeugung von PtG benötigt werden. Für interessant hält Homann allerdings die Power-to-Gas-Erzeugung im Ausland und den Import per Pipeline von "grünem Gas".

"Wir schauen jetzt schon in die Zukunft, wir müssen mit anderen Lösungen kommen und das Gesamtsystem betrachten", unterstrich Manon van Beek, die Vorsitzende des Vorstandes von Tennet. PtG und Speicher spielten hierbei eine wichtige Rolle. In Kürze wolle man auch zusammen mit einem Übertragungsnetzbetreiber aus dem Gasbereich eine Studie veröffentlichen, in der die Synergieeffekte der Strom- und Gasnetze für die Wasserstoffproduktion und -verwendung grenzüberschreitend aufgezeigt werden sollen und was dies für die künftige Planung bedeutet. "Das Jahr 2050 liegt für uns ganz nah", sagte van Beek mit Hinblick auf die Planungszeiträume des Unternehmens sowie der Dekarbonisierungsziele.

Offshore-Windparks mit PtG kombinieren

Zum Hinweis von Homann auf das Unbundling entgegnete van Beek: "Ich glaube, dass wir alle vernetzt sind und es ist wichtig zu schauen, wie wir viel mehr erneuerbaren Strom möglichst intelligent über die Sektoren hinweg verwenden". Konkret regte sie an, beim Bau und den Ausschreibungen für Offshore-Windparks mit der Ausschreibung von PtG zu kombinieren, um so eine Speicherung vor Ort sicherzustellen und das Netz zu entlasten. Für einen guten Ansatz hält sie Pilotvorhaben des Bundeswirtschaftsministeriums wie das Schaufenster Intelligente Energie (SINTEG), an denen man sich aktiv beteilige.

Doch auch aus Sicht eines Übertragungsnetzbetreibers setzt die Regulierung zu wenig Anreize für intelligente Lösungen sowie die Sektorenkopplung, beispielsweise über PtG als auch für die nötige Digitalisierung der Netze. Bekräftigt wurde dies von Achim Schröder, Geschäftsführer Westnetz aus Sicht eines Verteilnetzbetreibers. "Der Schwerpunkt der Regulierung wurde vor allem mit der jüngsten Regulierungsperiode noch stärker auf Capex gelegt", sagte Homann und räumte ein, dass zu wenig Anreize für Innovationen und intelligente Netze gegeben werden.

Netzausbaukosten durch mehr OPEX einsparen

"Doch kann dies nun nicht dazu führen, dass der Wettlauf nach oben weiter angeheizt wird zu Lasten der Verbraucher", sagte Homann im Hinblick auf Forderungen nach höheren finanziellen Anreizen. Es müsse darum gehen, die Vergütung der Netzbetreiber stärker Richtung OPEX auszubalancieren, doch die Gesamtmittel nicht zu erhöhen. "Wir wollen ja insgesamt nicht mehr Geld, doch es muss darum gehen, mehr Intelligenz in den Netzen anzureizen", betonte Schröder. Gleichzeitig könnten hier ja CAPEX- und Netzbaukosten deutlich eingespart werden, nach neuesten Studien bis zu 40 Prozent. (hcn)

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