Ökostromanbieter Lichtblick will verstärkt auf PPAs setzen.

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Bild: © Robert Katzki/Unsplash

Eine längere Lebensdauer für Windräder, weniger Lärm und verbesserter Naturschutz: Ein Forschungsfeld für Windkraft am Rande der Schwäbischen Alb hat viel vor. "Die mechanischen Lasten, die auf die Rotorblätter wirken, sind nicht so konstant wie im flachen Land, sondern wechselnd", sagt Projektleiter Andreas Rettenmeier.

Unter anderem deswegen sei Forschung in bergigem Gelände wie auf der Schwäbischen Alb so wichtig. Hinter dem Projekt steht das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). Aufgebaut wird das Testfeld im Rahmen süddeutschen Windenergie-Forschungsclusters "WindForS". Involviert sind die Universitäten Stuttgart und Tübingen, die Technische Universität München, das Karlsruher Institut für Technologie und die Hochschulen Aalen und Esslingen.

Halbe Größe

Zu dem Testfeld gehören dem ZSW zufolge zwei baugleiche Anlagen, sodass Ergebnisse von Veränderungen an einer Anlage mit der anderen abgeglichen werden können. Meteorologische Messmasten vor und hinter den beiden Windkraftanlagen erfassen demnach zahlreiche Daten.

Wie Rettenmeier erklärt, seien die Windkraftanlagen auf dem Testfeld nur halb so groß wie moderne Anlagen. Ein Problem sieht er darin nicht. Die Forschungsergebnisse lassen sich laut dem Projektleiter auf größere Anlagen skalieren. Bei der technischen Forschung gehe es unter anderem um Reduktion von Lärm und Verschleiß.

Rotorblätter einzeln steuern

Rettenmeier sieht viel Potenzial bei der Betriebsführung. Rotorblätter ließen sich individuell steuern, das könne man nutzen, um Schall und Verschleiß zu minimieren. Die mechanische Belastung durch eine Böe sei teilweise hoch. Wenn die Anlage rechtzeitig von der Böe wisse, könne sie die Rotorblätter so drehen, dass die Belastung weniger stark ist. "Damit würden wir die Anlage intelligenter machen."

Aber nicht nur technisch soll das Testfeld Ergebnisse liefern. Auch Fragen zum Naturschutz sollen beantwortet werden. Dabei gehe es etwa Faktoren, die Auswirkungen auf Flugbewegungen von Vögeln und Fledermäusen haben, schildert Rettenmeier. "Fledermäuse fliegen wahrscheinlich nur, wenn Insekten fliegen", sagt er. "Aber wann fliegen die denn?" Mit diesen Erkenntnissen ließen sich Abschaltzeiten für Windkraftanlagen optimieren.

Weniger Kollisionen

Fritz Mielert, Referent für Umweltschutz beim BUND Baden-Württemberg, begrüßt das Projekt. "Wir haben bisher zu wenig Forschung zu Naturschutz und Windkraftanlagen im Mittelgebirge", sagt er. "Wir brauchen Fakten, deswegen ist es gut, dass man so ein Projekt macht."

Auf technischer Ebene könne sich Mielert eine Skalierung auf größere, moderne Anlagen vorstellen. Beim Naturschutz sei er gespannt, wie das funktioniere. So unterscheiden sich laut Mielert zum Beispiel die Flugbewegungen von Vögeln und Fledermäusen je nach Höhe. Die Höhe der Anlagen habe daher Auswirkungen auf die Kollisionszahlen. (dpa/jk)

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