Der digitale Ökostromanbieter Tibber bringt gemeinsam mit dem skandinavischen Speicherhersteller Polarium einen neuen, intelligenten Batteriespeicher auf den Markt. Es handelt sich nach Herstellerangaben um die erste smarte Batterielösungen für Verbraucher. Die "Homevolt" genannte Batterie soll demnach über einen WLAN-Zugang sowie 4G-Empfang verfügen und sich automatisch an die Preisentwicklung an der Strombörse anpassen können. Über eine offene Programmierschnittstelle können zudem weitere Geräte wie etwa eine Wärmepumpe angeschlossen werden.
"Erst kürzlich haben wir in Deutschland wieder negative Strompreise gesehen", sagt Tibber-CEO Edgeir Aksnes der ZfK. "Nutzer von Homevolt können von solchen Entwicklungen künftig finanziell profitieren."
Die Batterie lade sich demnach auf, wenn der Strompreis durch ein hohes Angebot besonders niedrig sei und könne somit Überlastungen des Stromnetzes verhindern. In Spitzenlastzeiten wiederum können Verbraucher auf die eingespeicherten Reserven zurückgreifen, während sie Stromkosten einsparen und Netzengpässe vermeiden.

Lebensdauer bis zu 20 Jahre
Der Heimspeicher sei robust gebaut und an die extremen skandinavischen Wetterverhältnisse angepasst, stellt Tibber das neue Produkt vor. Die Lebensdauer der Batterie soll bis zu 20 Jahre betragen, die Bauteile können danach vollständig recycelt werden. Zudem sei das neue System einfach aufzubauen und soll auch ästhetisch neue Maßstäbe setzen. Homevolt ist vergleichsweise flach und kann an Wänden angebracht werden. Das Speichersystem kommt in drei verschiedenen Farben auf den Markt.
Homevolt ist mit einer bi-invertierten Batterieeinheit ausgestattet, kann also sowohl für den häuslichen Gebrauch einspeichern, perspektivisch aber auch Strom ans Netz zurückgeben. Der Verkauf von Homevolt startet zunächst in Schweden und Norwegen. In Deutschland soll das System 2024 erhältlich sein und mit einer Kapazität von entweder 6,6 kWh oder 13,3 kWh auf den Markt kommen. Die genauen Preise für den Verkauf werden noch bekannt gegeben.
Prämien für Flexbilitäten
Zielgruppe für Tibber sind demnach vor allem Hausbesitzer, die bereits eine Solaranlage haben. "Der deutsche Markt ist der größte und fortschrittlichste Solarmarkt in Europa", sagt Aksnes. Entsprechend wichtig sei es, smarte Speicher einzuführen, um Synergie-Effekte zu erzeugen. Die Skandinavier wollen Homevolt zunächst nur verkaufen. Leasing-Modelle seien zunächst nicht geplant.
Neben dem Verkauf der Hardware ist perspektivisch für Tibber auch der Betrieb eines virtuellen Kraftwerks interessant. Nutzer von Homevolt erhalten dann Prämien, wenn sie dabei helfen, das Netz zu stabilisieren.
Stromkosten senken
Wie bereits in Skandinavien will Tibber auch in Deutschland künftig mit Verteilnetzbetreiber im Rahmen des sogenannten Demand Response zusammenarbeiten. Hierbei handelt es sich um kurzfristige Änderungen in der Verbrauchslast, um auf Preissignale am Markt zu reagieren. So kann die Stromnachfrage flexibilisiert und Kosten gesenkt werden.
Tibber-Chef Aksnes hebt auch die Vorteile hervor, die das System für das gesamte Stromnetz haben kann: "Intelligente Laststeuerung ist günstiger als der milliardenschwere Stromnetzausbau und senkt somit die Stromkosten für alle Verbraucher." Zudem arbeite Tibber mit Netzbetreibern beim Smart-Meter-Rollout zusammen, um einen intelligenteren Netzbetrieb zu ermöglichen. (jk)
