Bild: © zwiboe/Pixelio

Immer mehr dezentrale Stromerzeugungsanlagen mischen in der Energiewende mit. Gleichzeitig haben Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber mit der hohen Volatilität von Sonnen- und Windenergie zu kämpfen. Damit das Netz stabil bleibt, auch wenn örtlich gerade wenig Erneuerbare einspeisen, können in naher Zukunft auch kleinere Anlagen auf Verteilnetzebene eingesetzt werden. Über ihre „DA/RE“-Initiative wollen der Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW und der Verteilnetzbetreiber Netze BW eine digitale Koordinations-Plattform implementieren und so insgesamt über mehr Regelleistung im Ernstfall verfügen.

„DA/RE“ steht nicht nur für die jeweiligen Anfangsbuchstaben von Datenaustausch und Redispatch, sondern erinnert auch an den englischen Begriff „ to dare“ – „Neues wagen“. Die Idee dezentrale Anlagen in die Kompensierung von Lastpeaks einzubinden ist wahrlich neu, denn bisher mussten überwiegend konventionelle beziehungsweise flexibilisierte Kraftwerke im Notfall für die Netzstabilität sorgen. Nun werden Systemsicherheit- und Verantwortung nicht mehr nur „in der gewohnten horizontalen Sicht“ ausschließlich auf Übertragungsnetzebene gedacht, sondern auch das Verteilnetz wird einbezogen, erklärte Werner Götz, Vorsitzender der Geschäftsführung von TransnetBW.

Mitmachen ab 2021 möglich

Die Plattform soll im Jahr 2021 implementiert werden. Dann kann jeder interessierte Anlagenbetreiber zur Netzstabilität in Baden-Württemberg beitragen. Eine erste Testphase startet bereits kommendes Jahr. Die Kosten für das Projekt liegen nach jetzigem Stand der Planung im unteren zweistelligen Millionenbereich. (ls)

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