Welche Maßnahmen plant das Bayernwerk zur Modernisierung seiner Netze? Auskunft gibt das Unternehmen in seinem Netzentwicklungsplan.

Welche Maßnahmen plant das Bayernwerk zur Modernisierung seiner Netze? Auskunft gibt das Unternehmen in seinem Netzentwicklungsplan.

Bild: © Rainer Sturm/Pixelio

Die vorläufigen Netzentgelte für nächstes Jahr werden steigen – zumindest bei TransnetBW, Amprion und 50Hertz. Tennet wiederum vermeldete stabile Kosten für einen durchschnittlichen Haushalt, nur Intensivverbraucher kommen auch in der Regelzone der Bayreuther nicht um eine Steigerung herum. Das geht aus der vorläufigen Veröffentlichung der Entgelte gemäß des Energiewirtschaftsgesetzes hervor.

Bei 50 Hertz werden die Entgelte für die Netznutzung kommendes Jahr um sieben Prozent im Vergleich zu 2019 erhöht. Als Gründe nennt der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) Kosten für die Vorhaltung von Reserveleistung und Sicherheitsbereitschaft von Braunkohlekraftwerken. Zudem schlage auch der Netzausbau zu Buche. Die gute Nachricht: Durch Einsparungen beim Engpassmanagement (Redispatch und Einspeisemanagement) von rund 100 Mio. Euro können signifikant steigende Entgelte abgefedert werden.

Bis zu 15 Prozent Mehrkosten

Somit beläuft sich die Steigerung in der ostdeutschen Regelzone im Privatkundenbereich auf drei Euro pro Jahr. Für Industriekunden in der Höchstspannungsebene mit jährlich rund 4000 Benutzungsstunden und einer Leistung von 100 MW würde sich die Mehrbelastung auf circa 600.000 Euro belaufen, so 50Hertz.

Etwas stärker fällt der Anstieg bei Amprion und TransnetBW aus: Während Kunden des Stuttgarter Übertragungsnetzbetreibers 15 Prozent mehr für die Netznutzung zahlen müssen, geht Amprion von einer Entgelterhöhung in der Höchstspannungsebene von 14,7 bis 15,8 Prozent aus. In der Umspannebene wird mit einem Plus von 8,9 bis 10,6 Prozent gerechnet.

Vereinheitlichung der Entgelte

Insgesamt bekommen die ÜNB alle das Netzentgeltmodernisierungsgesetz (NEMoG) zu spüren, wo nach 2019 der zweite Schritt zur bundesweiten Vereinheitlichung der Netzentgelte gemacht wurde. Konkret bedeutet das: Der Netzentgeltanteil wird zu 40 Prozent der jeweiligen Kostenbasis (Erlösobergrenze) der Übertragungsnetzbetreiber errechnet. Von den übrigen 60 Prozent werden die unternehmensindividuellen Netzentgelte der Übertragungsnetzbetreiber bestimmt. Bis 2023 soll die Transformation abgeschlossen sein.

Ohne die schrittweise Angleichung würde die Netzentgelterhöhung bei Amprion in der Höchstspannungsebene um 9,4 Prozent und in der Umspannebene um 4,4 Prozent geringer ausfallen. Auch TransnetBW würde ohne die Modernisierung „nur“ eine Steigerung von acht Prozent verzeichnen. Bis 2023 soll die Entgelt-Vereinheitlichung abgeschlossen sein. (ls)

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