Auch bei der Verlegung von Erdkabeln muss in die Natur eingegriffen werden

Auch bei der Verlegung von Erdkabeln muss in die Natur eingegriffen werden

Bild: © Lutz Kampert/Amprion

Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW werden bei den großen Gleichstromverbindungen SuedLink, SuedOstLink und A-Nord innovative kunststoffisolierte Gleichstromerdkabel mit einer Spannungsebene von 525 kV einsetzen. Bislang werden in Deutschland für solche Gleichstromverbindungen etwa bei der Anbindung von Windparks auf See an das Stromnetz an Land kunststoffisolierte 320-kV-Kabel genutzt. Die kunststoffisolierten 525-kV-Erdkabel würden damit weltweit zum ersten Mal eingesetzt, heißt es von den ÜNB.

Mit einer höheren Spannungsebene können die Kabel mehr Leistung übertragen. Dies hat zwei mögliche Effekte für die geplanten Gleichstromtrassen, wenn es das Gesamtsystem technisch zulässt: Zum einen lässt sich mit gleicher Kabelanzahl im gegebenen Korridor mehr Strom transportieren. Zum anderen werden im Vergleich zu den 320-kV-Kabelsystemen weniger Kabel benötigt, um die gleiche Leistung zu übertragen. So könnten die Gleichstromtrassen schmaler werden und auch die notwendigen Tiefbauarbeiten könnten sich verringern.

Testphase erfolgreich

Der Entscheidung der Übertragungsnetzbetreiber vorangegangen war eine umfangreiche Testphase, in der die technische Eignung der 525-kV-Kabel untersucht wurde. Dazu wurden die Kabelsysteme unter weitgehend realen Bedingungen aufgebaut und gezielten Höchstbelastungen ausgesetzt. Die Tests fanden in Prüflaboren in Mannheim und Schweden statt. Diese erfolgreich verlaufenen Präqualifikationstests nach internationalen Standards (CIGRE) hätten nachgewiesen, dass die 525-kV-Kabel zuverlässig und sicher eingesetzt werden können, betonen die ÜNB. (pm)

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