Der österreichische Stromversorger Verbund setzt traditionell auf Wasser- und Windkraft. Das passt in die Zeiten der Energiewende. Nicht zuletzt deshalb konnte der Konzern im ersten Halbjahr 2019 sein Ergebnis um 49 Prozent auf 338 Mio. Euro steigern. Der Umsatz kletterte um knapp 34 Prozent auf 1,835 Mrd. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte von Januar bis Ende Juni um 36 Prozent auf 686 Mio. Euro zu, das operative Ergebnis stieg um 46 Prozent auf 506 Mio. Euro.
Die gesamte Eigenerzeugung des österreichischen Stromversorgers lag im abgelaufenen Halbjahr mit 17.700 Gigawattstunden (GWh) um glatt ein Prozent über dem Vorjahreswert. Mit 16.689 GWh – das entspricht einer Steigerung um 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – lag der Löwenanteil der Erzeugung bei der Wasserkraft. Der Strom Windkraft wuchs um 14 Prozent 515 GWh im ersten Halbjahr. Eine deutliche Verbesserung vermeldet der Versorger auch beim operativen Cashflow – der wuchs um 44 Prozent auf aktuell fast 691 Mio. Euro.
Entkopplung von Deutschland nutzt dem Verbund
Zu dem starken Halbjahresergebnis haben deutlich gestiegene Großhandelspreise für Strom beigetragen. Hier wirkte sich insbesondere ein starkes Anziehen bei den Preisen für CO2-Zertifikate aus. Die Großhandelspreisanstiege kompensierten damit fühlbare Preisrückgänge bei den Primärenergieträgern Kohle und Gas, wie der Konzern mitteilte. In der Summe stiegen die Stromerlöse des Verbund in ersten Halbjahr 2019 um 421,8 Mio. auf 1,474 Mrd. Euro.
56 Prozent des bis Juni verkauften Stroms, das sind 17.569 GWh, setzte der Verbund am heimischen österreichischen Markt ab. Das ist ein Anstieg um ein Drittel. Den Grund für diesen Aufschwung sieht der Energiekonzern darin, dass die österreichische Preiszone seit Oktober 2018 nicht mehr mit dem deutschen Strommarkt gekoppelt ist. Im Deutschland verkaufte der Verbund bis Juni mit 12.138 GWh gut 14 Prozent weniger Energie. Trotzdem blieb der nordwestliche Nachbar mit rund 86 Prozent der wichtigste Absatzmarkt; nach Frankreich wurden 1.611 GWh abgesetzt, das sind 4,3 Prozent weniger als im Vorjahr.
Verbund erhöht die Ergebnisprognose
Aufgrund der positiven Entwicklung im ersten Halbjahr erhöht der Verbund die Jahresprognosen. Für das EBITDA werden jetzt 1,18 bis 1,25 Mrd. Euro erwartet, die vorherige Schätzung vom Mai 2019 lag bei 1,1 bis 1,2 Mrd. Euro. Das Konzernergebnis soll 2019 nun zwischen rund 530 und 580 Mio. Euro liegen, nach dem ersten Quartal waren die Verbund-Analysten noch von 470 bis 540 Mio. Euro ausgegangen. Aktuell liegt der Nettoverschuldungsgrad des Unternehmens bei 39,0 Prozent, vor einem Jahr waren es noch 46,3 Prozent. (sig)



