Zum Schutz der Erde eine Stunde lang das Licht ausschalten – das ist Ziel der "Earth Hour".

Zum Schutz der Erde eine Stunde lang das Licht ausschalten – das ist Ziel der "Earth Hour".

Bild: © dimazel/stock.adobe.com

Lichtverschmutzung wird vor allem aus der Vogelperspektive sichtbar. Sabine Frank veranschaulicht das gern mit aus einem Flugzeug aufgenommenen Bildern. Darauf sind größere Städte auch in der Dunkelheit wegen der vielen Lichtquellen deutlich zu erkennen. Wie helle Adern zeichnen sich Straßen und Siedlungen, vor allem aber Gewerbegebiete ab.

Was für manch einen von oben ein Hingucker sein mag, ist für Frank am Boden der Tatsachen einfach scheußlich. Sie mag es gern natürlicher, das heißt dunkler. Wenn etwa die Pauluspromenade neben dem Fuldaer Dom spätabends nur von so viel wie nötig, vor allem weichem und klug gelenktem Licht erhellt wird, strahlt die vom Naturschutz-Gedanken beseelte Hüterin der Nacht zufrieden.

Sternenpark und Sternenstadt

Umweltschützerin Sabine Frank (49) ist beim Landkreis Fulda angestellt und kümmert sich dort mit viel Verve um das Thema Lichtverschmutzung und den Sternenpark. Weil sie in Osthessen besonders vorbildlich damit umgehen, ist das Biosphärenreservat Rhön 2014 zum Sternenpark und Fulda Anfang 2019 als Sternenstadt von einer Fachorganisation aus den USA ausgezeichnet worden.

«Sternenpark und Sternenstadt in einer Region - das ist weltweit einmalig», sagt Frank. Auch für andere Kommunen in Deutschland nehmen Fulda und Osthessen eine Vorreiterrolle an. Allein in Hessen hätten bereits Darmstadt, Rüsselsheim, Eschborn, Gelnhausen und andere Kommunen Interesse am Fuldaer Umgang mit Lichtverschmutzung gezeigt, berichtet Frank.

Die Dunkelheit wird mit Kunstlicht überlagert und «verschmutzt» - dadurch sind weniger Sterne am Himmel zu sehen. Mit Licht sorgsam umzugehen, ist aber nicht etwa ein romantischer Öko-Spleen. Es ist ein Beitrag zum Schutz vor dem Klimawandel und sorgt für eine Reihe positiver Effekte. Wärmeres und besser gelenktes Licht bedeuten weniger Beeinträchtigung für Mensch und Tier, einen freien Blick auf den Nachthimmel und schont den Geldbeutel der Kommunen. Die Stadt Fulda hat mit dem regionalen Energieversorger Rhönenergie Tausende Leuchten in der Stadt und Region mit stromsparenden LED-Leuchten umgerüstet.

Muster-Leuchten-Straße

Der Energieversorger hat Frank zufolge auch eine deutschlandweit einmalige Muster-Leuchten-Straße auf seinem Werksgelände in Fulda eingerichtet. Dort reihen sich mehr als ein Dutzend Laternen mit unterschiedlichen Leuchttechniken und -mitteln aneinander. Darunter sind welche mit umweltverträglichem orangefarbenem Licht und welche mit grell blendend weißem Licht. „Wir hatten schon zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland, die sich auf der Muster-Leuchten-Straße einen Eindruck verschafft haben, wie sich grelles und falsch gelenktes Licht auswirkt», berichtet Frank.

Es bedarf aber noch Überzeugungsarbeit, bis alle mitziehen – vor allem auch bei Firmenbesitzern, die ihre Gebäude und Anlagen oftmals auch nachts gleißend hell in Szene setzen. «Völlig überflüssig und für mich als halbe Schwäbin auch Geldverschwendung“, meint Frank. (dpa)

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