Energiekonzern Uniper leidet zunehmend unter den russischen Gaslieferkürzungen.

Energiekonzern Uniper leidet zunehmend unter den russischen Gaslieferkürzungen.

Bild: © Matthias Balk/dpa

Um Erdgas einzusparen, steht ein weiteres Steinkohlekraftwerk aus der Reserve in Deutschland vor dem Neustart. Es handelt sich um das Kraftwerk Heyden im nordrhein-westfälischen Petershagen (Kreis Minden-Lübbecke) an der Landesgrenze zu Niedersachsen. Es soll vom kommenden Montag (29. August) an bis Ende April 2023 an den Markt zurückkehren, wie der Betreiber Uniper am Montag in Düsseldorf in einer Pflichtmitteilung erklärte.

Seit dem 14. Juli erlaubt eine Verordnung, dass Steinkohlekraftwerke aus der sogenannten Netzreserve wieder in Betrieb gehen können, um Erdgas einzusparen. Grundlage ist das Ersatzkraftwerkebereithaltungsgesetz. Im Juli lag der Erdgas-Anteil an der Stromerzeugung in Deutschland laut Bundesnetzagentur bei 9,8 Prozent.

Aus der Reserve bereits zurückgekehrt ist das Kraftwerk Mehrum im niedersächsischen Hohenhameln (Landkreis Peine), das dem tschechischen Energiekonzern EPH gehört. Es war Anfang August das erste Steinkohlekraftwerk in Deutschland, das aus der Reserve wieder ans Netz ging. Auch das Essener Energieunternehmen Steag hatte angekündigt, Reserve-Steinkohlekraftwerke wieder an den Markt bringen zu wollen.

Nur unregelmäßige Stromproduktion

Mit einer Leistung von 875 Megawatt (MW) ist Heyden laut Uniper eines der leistungsstärksten Kohlekraftwerke Deutschlands. Es war seit 1987 in Betrieb und befand sich zuletzt in der Netzreserve. Das bedeutet, dass es nur noch zeitweise Strom für die Netzstabilität produzierte.

Wie Uniper weiter mitteilte, könnte die Stromproduktion im gesamten Zeitraum unregelmäßig sein. Grund seien verringerte Steinkohlemengen, verursacht durch beschränkte Bahn-Transportkapazitäten. Uniper kündigte für das Kraftwerk außerdem eine planmäßige Unterbrechung der Stromerzeugung zwischen dem 23. Oktober und dem 23. November an. (dpa/hil)

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