Nummer eins des aktuellen Rankings ist Köln mit einem Digitalisierungsgrad von 41 Prozent.

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Bild: © stnazkul/Adobe Stock

"Alle Prozesse der Sektorenkopplung benötigen das Stromverteilungsnetz als Infrastruktur. Auslastungsmanagement ist deshalb ein Schlüsselelement der zukünftigen Energieversorgung", unterstrich BEE-Geschäftsführer Wolfram Axthelm am Dienstag bei einem Presse-Hintergrundgespräch in Berlin. Damit die Netzinfrastruktur nicht zum Flaschenhals werde sei jedoch eine intelligente Vernetzung zwischen Erneuerbare-Energien-Anlagen und Sektorenkopplungstechnologien notwendig,

"Um die komplexer werdenden Netz- und Marktprozesse gut zu steuern, wird das optimierte Zusammenspiel aller Komponenten erforderlich", sagte Axthelm. Digitalisierung und Blockchain-Anwendungen sowie weitere sogenannte Distributed Ledger Technologien könnten hierbei helfen, denn eine zentral organisierte Steuerung könne wahrscheinlich nicht die gesamte Komplexität der Sektorenkopplungsprozesse abbilden. "Der Erfolg der Energiewende hat seine Basis auch in digitaler Vernetzung", betonte der BEE-Geschäftsführer.

Verteilnetzbetreibern ermöglichen, smarte Lösungen anzugehen

Eine optimierte Organisation der Nutzung der Netzinfrastruktur schaffe darüber hinaus Spielraum beim weiter erforderlichen Ausbau, insbesondere auf der Verteilnetzebene. Die bisherige Anreizregulierung mit ihrem Fokus auf der Kupferplatte und CAPEX (Capital Expenditure, Investitionskosten des Netzbetriebs) mache es allerdings für Verteilnetzbetreiber nicht genügend attraktiv, smarte Lösungen anzugehen, unterstrich auch Bernhard Strohmayer, BEE-Referent für Energiemärkte und Mobilität.

"Die Sektorenkopplung macht die Energiewende nochmals um ein paar Stufen komplexer als sie eh schon ist. Umso wichtiger ist eine Interoperabilität zu erreichen, die heute in vielen Fällen nicht gegeben ist", betonte Fabian Reetz von der Stiftung Neue Verantwortung. Distributed Ledger Technologien wie Blockchain böten die Chance, eine gemeinsame Protokollebene für die verschiedenen Systeme und Technologien zu schaffen, damit diese miteinander kommunizieren könnten. Doch sei klar, dass ein Zugriffsmanagement erforderlich sei, um kritische Infrastrukturen wie Netze zu schützen.

Marktkommunikation ermöglichen – Prosumer nicht Richtung Autarkie drängen

"Heute endet das Energiesystem am Netzanschlusspunkt", konstatierte Jens Strüker von der Hochschule Fresenius. Doch um das Flexibilitätspotenzial von einer wachsenden Anzahl von Prosumern, Speichern, E-Fahrzeugen oder Wärmepumpen intelligent zur Stabilisierung der Verteilnetze nutzen zu können, müsse deren Marktkommunikation ermöglicht werden. "Es muss darum gehen, dass Geräte auch hinter dem Netzanschlusspunkt interagieren und mit dem Markt kommunizieren können", unterstrich Strüker. Digitale Technologien und auch Block-Chain-Anwendungen könnten hierfür Enabler sein. Denn so könne auch verhindert werden, dass Prosumer nicht wie bisher Richtung Autarkie gedrängt würden, was absehbar Netzfinanzierungsprobleme nach sich ziehen könne.

Verteilnetzbetreiber würden in dieser neuen Energiewelt als Schnittstellenbetreiber deutlich wertvoller und wichtiger, betonten Strüker und Strohmayer. Doch nötig sei es, dass diese verstärkt in ein "OPEX-System"  (Operational Expenditure, Betriebskosten) hinwachsen und eine reformierte Anreizregulierung dies fördere. Klar sei jedenfalls, dass auf Verteilnetzbetreiber ein enormer Veränderungsdruck zukomme. (hcn)

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