Die deutschen Kohlekraftwerke haben in den ersten drei Monaten dieses Jahres rund ein Fünftel weniger Strom produziert als ein Jahr zuvor. Ein Grund für den Rückgang um 19 Prozent war nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), dass es "nahezu durchgängig" windig war, vor allem im März. Dadurch seien 16 Prozent mehr Ökostrom ins Netz eingespeist worden als im ersten Quartal 2018. Zudem war der Energiebedarf geringer, weil es vergleichsweise warm war und die Menschen weniger heizten. Der Stromverbrauch ging im Vergleichszeitraum um 1,7 Prozent zurück.
Die Stein- und Braunkohlekraftwerke haben von Januar bis März 2019 rund 12 Mrd. kWh weniger Strom erzeugt als im selben Zeitraum des Vorjahres – nämlich rund 51 Mrd. kWh statt rund 63.
Zubau viel zu langsam für 65-Prozent-Ziel
"Die hohe Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien ist sehr erfreulich", sagte BDEW-Chef Stefan Kapferer am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Das dürfe aber über drängende Herausforderungen nicht hinwegtäuschen. "Windenergie an Land ist zwar aktuell das Zugpferd der Erneuerbaren, der weitere Ausbau steckt aber in einer kritischen Situation." Der Zubau gehe viel zu langsam und es deuten sich immer mehr Restriktionen für die Flächennutzung an. Das von der Koalition festgelegte Ziel, den Ökostrom-Anteil bis 2030 auf 65 Prozent zu bringen, sei "in weiter Ferne". Auch beim Ausbau von Photovoltaik und Windkraftanlagen auf See müssten Hemmnisse beseitigt werden. (dpa/ls)



