Der Windkraftbranche stehen stürmische Zeiten bevor.

Der Windkraftbranche stehen stürmische Zeiten bevor.

Bild: © Frank Wagner/AdobeStock

„Im ersten Halbjahr 2022 hält der Zubau der Windenergie an Land in Deutschland lediglich sein Niveau und geht noch nicht in die zum Erreichen der Ziele notwendige Richtung. Dafür wird das fünffache Volumen benötigt“, kommentieren Verbandsvertreter des BWE und VDMA Power Systems die Halbjahres-Bilanz zum Windkraftausbau an Land, die die Deutsche WindGuard turnusmäßig erstellt.

Von Januar bis Juni 2022 wurden 238 neue Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 977 MW hierzulande errichtet. Etwas besser sieht es zwar bei den Genehmigungszahlen aus, aber auch hier müsste ein deutlich stärkerer Anstieg gelingen, sind sich die Branchenvertreter einig. 10.000 MW befinden sich derzeit in der Genehmigungsschleife, 2500 MW stammen daraus aus 2022.

Zwei-Prozent-Flächenziel noch in der Legislaturperiode ausweisen

Damit es mit den Ausbauzielen für die kommenden Jahre klappt, bis 2030 sollen es immerhin 115 GW an Onshore-Leistung sein, muss laut der Branche das jüngst verabschiedete Gesetzespaket deutlich nachgebessert werden. „Der politische Wille ist da, die Ausbauziele wurden angepasst, aber es hakt weiterhin an den für den Zubau so wichtigen richtigen Rahmenbedingungen und deren konsequenter Anwendung“, sagte Dennis Rendschmidt, Geschäftsführer von VDMA Power Systems.

So sei der Gesetzgeber beim Zwei-Prozent-Flächenziel hinter den gestalterischen Möglichkeiten zurückgeblieben. Die Erreichung des Ziels muss vor dem Jahr 2032 festgelegt werden. Zudem bestünden nach wie vor Konflikte zwischen Arten- und Naturschutz. Auch hier seien im parlamentarischen Verfahren zwar noch Ansätze wie etwa beim Repowering eingeflossen, eine Entfesslung bedarf jedoch weiterer Änderungen.

Genehmigungsverfahren sind nach wie vor Flaschenhals

Nach wie vor hapere es bei Genehmigungsverfahren. Die Dauer dieser habe sich in den vergangenen fünf Jahren um fast 60 Prozent erhöht, heißt es von den Verbänden. Hier brauche es Vereinfachen und Rechtssicherheit. Das gelte nicht nur für neue Anlagen, sondern auch für das Repowering. Immerhin fallen bis 2025 rund 15 GW aus der EEG-Förderung. Durch Repowering könnten dem Markt jedoch 45 GW zugänglich gemacht werden.

Eine zusätzliche Bedrohung der Windausbau-Ziele sehen die Verbände im allgegenwärtigen Fachkräftemangel. So seien in den vergangenen Jahren etwa 50.000 Arbeitsplätze in der Branche verloren gegangen, die bei steigender Nachfrage nun fehlen würden.

Europa führend im internationalen Vergleich

Global gesehen führen China und Europa den Windzubau an. Es wird erwartet, dass zwisschen 2022 bis 2026 circa 466 GW errichtet werden. Davon entfallen 249 GW auf China, gefolgt von Europa mit 88 GW, Nordamerika mit 47 GW und Lateinamerika 27 GW.  (lm)

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