Die Probleme der Windkraft an Land sind bekannt – nach wie vor fehlen allseits akzeptierte Lösungen.

Die Probleme der Windkraft an Land sind bekannt – nach wie vor fehlen allseits akzeptierte Lösungen.

Bild: © lily/Adobe Stock

Die Schwäbische Alb wird zum Testfeld für Windenergieanlagen im bergigen Gelände. So sollen zwischen Donzdorf und Geislingen zwei Forschungsanlagen errichtet werden, die optimal an die Herausforderungen des Betriebs in Steillagen angepasst sind. Nun hat das Projekt, das vom ZSW und sechs wissenschaftlichen Partnern geleitet wird, die BImschG-Genehmigung erhalten.

Im Rahmen des Testfeldes „Wind Science and Engineering in Complex Terrain“, kurz "WINSENT", sollen in den kommenden Monaten zwei Anlagen mit je 750 kW installierter Leistung am Rand des Stöttener Berges oberhalb einer Geländesteilstufe errichtet werden.

Innovationen aus Industrie und Forschung im Einsatz

Am Standort wurden bereits zwei meteorologische Messmasten installiert, zwei weitere sollen folgen. Erfasst werden auf diese Weise Windgeschwindigkeit und -richtung, Lufttemperatur und -feuchtigkeit sowie der Luftdruck. Die Windkraftanlagen sollen nun jeweils zwischen den Messstationen errichtet werden und verfügen selbst über umfangreiche Mess-Sensorik.

Die beiden Forschungsanlagen sollen genutzt werden, um technische Neuentwicklungen zur Betriebsoptimierung zu testen. Die Forscher statten dafür die eine Windenergieanlage mit den jeweiligen Neuentwicklungen aus, die andere bleibt unverändert und dient als Referenz. So kann die Wirksamkeit durch den direkten Vergleich unmittelbar nachgewiesen werden.

Begleitforschung zu Naturschutz und Akzeptanz

Die Untersuchungsergebnisse sollen in weiteren Schritten gemeinsam mit der Industrie auf kommerzielle Großanlagen an anderen Standorten übertragen werden. Darüber hinaus sollen viele der auf dem Testfeld erfassten Daten dem Open Source Gedanken der Wissenschaft folgend aufbereitet und zur Verfügung gestellt.

Doch damit nicht genug, soll "WINSENT" auch die Akzeptanz für Windenergie in der Bevölkerung erhöhen und Lösungen für naturschutzrechtliche Konflikte vorantreiben. Hierzu sind Begleitforschungsprojekte geplant. Das BMWi fördert das Testfeld auf der Schwäbischen Alb mit über zehn Mio. Euro das Umweltministerium Baden-Württemberg schießt noch einmal 1,2 Mio. Euro dazu.  (ls)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper