"Was bei den Forderungen von Fridays for Future oft vernachlässigt wird, ist dass wir bei 100 Prozent Solar- und Windenergie die Stromversorgung in Deutschland erst einmal komplett auf den Kopf stellen müssen, um keinen Blackout zu erleben", betont Ansgar Hinz, CEO des VDE.
Die Anforderungen an Stromnetze, getrieben durch den stetig steigenden Anteil netzgekoppelter Leistungselektronik in Windenergieanlagen, Photovoltaikanlagen, Batteriespeichersystemen aber auch durch die Anforderungen der Elektromobilität, würden jetzt nach Lösungen verlangen.“
Flexible, effiziente Verteilernetze
Auch wenn er sehr mit den Fridays for Future sympathisiert, müsse doch maßvoll an das Thema herangegangen und "endlich mal wieder die Ingenieure gehört werden. Schließlich mag keiner bei einem Blackout auf sein Smartphone verzichten", so der CEO.
In der Studie „Gleichspannung in der elektrischen Energieverteilung“ präsentiert der VDE mehrere Ansätze, wie mithilfe moderner Leistungselektronik neue, effiziente und flexible Infrastrukturen in den Verteilungsnetzen umgesetzt werden können.
Weiterer Forschungsbedarf bei Übertragungsnetz
Neben den jetzigen technischen Möglichkeiten identifiziert die Studie auch den weiteren Forschungsbedarf. In der zweiten Studie „Perspektiven der elektrischen Energieübertragung in Deutschland“ zeigt der VDE, wie das heutige Übertragungsnetz zukünftig sich stetig ändernden Aufgaben und Herausforderungen evolutionär anpassen kann.
Sie analysieren hierfür die technische Weiterentwicklung von Komponenten, Anlagen, Systemen und Verfahren. Hierzu gehören z.B. der witterungsabhängige Freileitungsbetrieb, Hochtemperaturleiterseile und supraleitende Systeme inklusive neuartiger Verlegungstechniken. (ab)


