Das gasbefeuerte Heizkraftwerke am Helmshäger Berg hat eine Leistung von 13,8 MWel und 125 MWth. Bild: © Stadtwerke Greifswald

Greifswald baut Riesen-Solarthermie-Anlage

Die Stadtwerke Greifswald modifizieren die Fernwärmeversorgung. Sie haben bei der jüngsten iKWK-Ausschreibung einen Zuschlag bekommen. Inbetriebnahme der Solarthermie-Anlage ist im Jahr 2021.

Die Stadtwerke Greifswald bauen ihr Fernwärmesystem um. Derzeit wird die Fernwärme zu 75 Prozent aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) erzeugt, 25 Prozent kommen aus Kesseln. Hauptaggregat für die KWK ist das Heizkraftwerk am Helmshäger Berg mit einer Leistung von 13,8 MWel und 125 MWth. Hinzu kommen noch die Blockheizkraftwerke Altstadt (6 MWth; 5,36 MWel) , Greifswalder Thermoinsel (5,7 MWth; 0,66 MWel) und Jungfernwiese (4,6 MWth; 4,3 MWel). Alle Aggregate nutzen Erdgas als Energieträger.

Im Rahmen ihrer Wärmestrategie 2020 installieren die Stadtwerke nun ein weiteres Blockheizkraftwerk (BHKW) mit einer Leistung von 4,5 MW und eine innovative Kraft-Wärme-Kopplungs(iKWK)-Anlage am Helmshäger Berg. Für beide Projekte erhielt das Unternehmen jüngst einen Zuschlag bei der KWK- und der iKWK-Ausschreibung vom 1. Juni.

KWK-Anteil wird erhöht

Mit den Neuerungen erhöhen die Stadtwerke den KWK-Anteil an der Fernwärme ab 2020 auf 82 Prozent. Durch einen Drei-Prozent-Anteil der Solarthermie schrumpft der Kesselanteil auf 15 Prozent.

Die Stadtwerke mussten handeln: „Bislang verdienten wir mit der Energieerzeugung jährlich drei bis 3,5 Mio. Euro. Allerdings läuft demnächst die Förderung für unsere Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) aus“, erklärte Geschäftsführer Thomas Prauße jüngst der „Ostsee-Zeitung“. Um nun neue Einnahmen zu generieren, haben die Stadtwerke die Wärmestrategie 2020 entwickelt. Die Investition beträgt rund 22 Mio. Euro.

BHKW kommen zum Standort Helsmhäger Berg

Zum BHKW: Am Standort Helsmhäger Berg soll ein weiteres BHKW mit einer Leistung von 4,5 MW installiert werden. Diese Anlage soll im Jahr 2019 in Betrieb gehen.

Zum innovativen KWK-System: Auch bei dieser Anlage wird als Basis ein 4,5 MW starkes BHKW verbaut. Hinzu kommt noch ein 5-MW-Power-to-Heat-Aggregat und eine große Solarthermie-Anlage; die größte in Deutschland, wie Prauße der "Ostsee-Zeitung" verriet. Sie nimmt eine Fläche von sieben Fußballfeldern ein und stellt eine Wärmemenge von 7 GWh bereit.

Für die Solarthermie-Anlage ist noch ein Bebauungsplan nötig

Das BHKW wird ebenfalls am Helsmhäger Berg installiert. Für die Kollektoren sind Flächen vorgesehen, die in der Nähe des Helmshäger Berg liegen, aber der Universitäts- und Hansestadt und der Peter-Warschow-Stiftung gehören. Da es etwa zwei Jahre dauert, bis ein Bebauungsplan genehmigt werde, können die Stadtwerke erst 2020 bauen und die Anlage 2021 in Betrieb nehmen. Um das System auszugleichen ist noch der Bau eines Wärmespeichers mit rund 250 MWh Kapaziät geplant.

„Bis 2035 sollen zwei weitere innovative KWK-Systeme entstehen, um dann zehn Prozent der Fernwärme zu 100 Prozent grün zu erzeugen“, erklärte Prauße der „Ostsee-Zeitung“. Ferner ist noch der Bau einer Fernwärmeleitung zwischen Hauptnetz und Thermoinsel geplant.

Bedeutendes Projekt

Das Projekt ist anspruchsvoll: „Die Umsetzung der Wärmestrategie 2020  ist heute so bedeutend wie einst das Energiekonzept der Stadt Greifswald von 1991, infolgedessen die Wärmeversorgung der Stadt in die eigenen Hände genommen wurde“, erklärte das Unternehmen. (al)