Die 1500-Seelen-Gemeinde Moosach südöstlich von München, hier der denkmalgeschützte ehemalige Bahnhof.

Die 1500-Seelen-Gemeinde Moosach südöstlich von München, hier der denkmalgeschützte ehemalige Bahnhof.

Bild: © Flummi-2011

Die Naturstrom AG hat am Montag den Spatenstich für ihr drittes Nahwärmeprojekt zusammen mit einer Energiegenossenschaft gemeldet. Zusammen mit der Regenerative Energie Ebersberg eG und einem Sägewerk baut sie in der Gemeinde Moosach im bayerischen Kreis Ebersberg eine ökologische und lokale Wärmeversorgung auf, die alte Ölheizungen ersetzt. Das ländliche Moosach hat ironischerweise keinen Erdgasanschluss für seine 1500 Bewohner in 13 Ortsteilen, auch wenn es die Nachbargemeinde des Untergrundspeichers Oberpframmern-Wolfersberg ist. Die Gemeinde wird Bauherr und Eigentümer der Netzinfrastruktur sein. Sie wird sie an die Betreibergesellschaft verpachten.

Selbst innerhalb ihres Nahwärmekonzept haben die Partner eine Hierarchie der regenerativen Wärmequellen festgelegt. So soll eine 1106 Quadratmeter große Freiflächen-Solarthermieanlage so viel wie möglich des Wärmebedarfs abdecken. Das sind im Sommer in der Regel 100 Prozent. Nur ergänzend verfeuern zwei 530-kW-Kessel sowie ein Kessel mit 390-kW thermischer Leistung Restholz eines örtlichen Sägewerks. "Im Sommer ist es aus unserer Sicht nicht nachhaltig, Holz zu verschüren. Denn Holz ist zwar nachwachsend, aber dennoch kostbar", schreibt Thilo Jungkunz, Geschäftsbereichsleiter Dezentrale Energieversorgung bei Naturstrom.

Erste Anschlüsse für Herbst geplant

Wenn das Restholz im Winter nicht reicht, wird Holz bei regionalen Anbietern zugekauft und auf dem Sägewerksgelände gehäckselt. Ein 100-Kubik-Wärmespeicher rundet das Konzept ab.

Abnehmer sind die Kommune und private Haushalte. Erste Gebäude sollen so schon in der nächsten Heizperiode 100 Prozent regenerativ geheizt werden. (geo)

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