Ein Vergleich der Brennstoffkosten seit der Heizperiode 2009/2010 zeigt, dass eine Musterfamilie mit Gasheizung bei einem durchschnittlichen Heizbedarf von rund 18.000 Kilowattstunden 111 Euro pro Jahr weniger bezahlt als eine Familie mit Ölheizung. Die durchschnittlichen Gaskosten lagen bei 1127 Euro pro Jahr, die Kosten für Heizöl beliefen sich auf 1238 Euro, wie das Vergleichsportal Verivox am Montag mitteilte.
Daraus resultiert: "Im langjährigen Durchschnitt ist Heizen mit Öl teurer", so Valerian Vogel, Energieexperte beim Vergleichsportal Verivox. Wer mit Öl heize, sei zudem starken Preisschwankungen ausgesetzt und müsse beim Nachfüllen des Tanks hoffen, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. "Beim Gas kommt es vor allem auf eine clevere Tarifwahl an. Wer im letzten Winter im Grundversorgungstarif geheizt hat, zahlte im Bundesdurchschnitt 1121 Euro, im günstigsten Tarif waren es hingegen nur 755 Euro – also 366 Euro weniger", so Vogel weiter.
Erdgas steigt weniger an
Im Bereich Wärme werden mit Einführung der CO2-Bepreisung ab 2021 zusätzlich zehn Euro pro Tonne CO2 fällig. Dieser Preis wird schrittweise bis 2025 auf 35 Euro pro Tonne erhöht, so dass Ölkunden bei einem jährlichen Verbrauch von 20.000 kWh dann zusätzlich bis zu 220 Euro (brutto) mehr zahlen müssen. Erdgaskunden haben bei gleichem Verbrauch zusätzliche Kosten von 170 Euro (brutto). Der Grund: Die CO2-Emissionen von Erdgas werden rund ein Viertel geringer veranschlagt als die von Heizöl.
"Dass die Nutzung von Erdgas das Klima tatsächlich weniger belastet als Heizöl, ist nicht unumstritten", merkt Vogel an. "Denn bei der Erdgasförderung wird möglicherweise mehr Methan freigesetzt als bisher berücksichtigt. Aus finanzieller Sicht wird das Heizen mit Gas im Vergleich zur Ölheizung in Zukunft unabhängig davon aber deutlich attraktiver." (ab)



