Geht es nach der Bundesregierung, soll jede neue Heizung ab 2025 zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Dafür braucht es Hybrid-Heizungen, den Einsatz von Solarthermie und Quartierslösungen.
Wie kompliziert die Umstellung ist, zeigte sich in einem Arbeitskreis des Forums für Zukunftsenergien. Die Zentrale Frage war dabei, wie sich 20 Mio. Einzelheizungen erneuerbar umstellen lassen. Dazu diskutierten die Bundestagsabgeordneten Christina-Johanne Schröder (Gründe) und Lars Rohwer (CDU/CSU).
Fachkräftemangel macht Sorgen
Bereits im Vorfeld der Diskussion zugeschaltet war Peter Rathert, Referatsleiter für Gebäudetechnik und technische Fragen des energiesparenden Bauens, Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS). Er zeigte sich skeptisch, ob sich die Sektorziele im Gebäudesektor erreichen lassen.
Auch Corinna Kodim, Geschäftsführerin für Energie, Umwelt & Technik, der Interessengemeinschaft für Grundstückseigentümer, Haus & Grund, äußerte sich zurückhaltend. Im Zentrum der Kritik standen neben rechtlichen Hürden auch der Fachkräftemangel, der die Umrüstung auf erneuerbare Heizungen erschwere.
Kommunale Wärmeplanung als Schlüssel
Die Bundestagsabgeordnete Schröder zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass die Ziele der Bundesregierung zu schaffen sind. Kommunale Wärmeplanung und Quartierslösungen sah sie dazu als Schlüssel.
Zusätzlichen Spielraum machte sie bei Gesetzen des Denkmalschutzes aus, die sie als Hemmnis betrachtet. "Hemmnisse der Sanierung wollen wir abbauen – auch schon im nächsten Jahr", so Schröder. Dazu soll das Baurecht vereinfacht werden sowie Planungs- und Durchführungshemmnisse abgebaut werden.
Zeitrahmen für Abschreibungen fehlt
Rohwer dagegen war der Überzeugung, dass die Bundesregierung sich verhoben hat. Für die Elektrifizierung fehlten schlicht die Kapazitäten. Die Halbierung der Emissionen im Gebäudesektor in acht Jahren halte sogar der zuständige Referatsleiter für unmöglich. "Statt Förderungen sollten wir lieber auf Steuerabschreibungen setzen", zeigte sich Rohwer überzeugt.
"Die AfA soll erhöht werden, das steht auch im Koalitionsvertag", erwiderte Schröder. Es brauche aber einen Instrumentenmix aus Ordnungsrecht, aus steuerlichen Anreizen und aus Förderungen, betonte sie. Für die steuerlichen Absetzungen habe die Regierung allerdings keinen genauen Zeitrahmen festgelegt.
Fossile Heizenergie läuft aus
Sicher sei nur, dass ab 2030 eigentlich keine fossile Heizenergie mehr genutzt werden dürften. Allerdings erfordere das hohe private Investitionen. "Wir wissen, wie schwer diese Aufgabe ist", resümierte Schröder. Widersprechen wollte ihr aus der Runde niemand. (jk)



