Alles sauber und modern: Die Stadtwerke Karlsruhe, hier das Beratungszentrum, loben eine Prämie für das Abwracken von Ölheizungen aus.

Alles sauber und modern: Die Stadtwerke Karlsruhe, hier das Beratungszentrum, loben eine Prämie für das Abwracken von Ölheizungen aus.

Bild: @ Stadtwerke Karlsruhe

Ein großer Hebel beim Klimawandel ist die Raumwärme – der Wärmeverbrauch macht in Deutschland rund 40 Prozent des CO2-Ausstoßes aus. Die Karlsruher Stadtwerke fördern deswegen ab sofort den Umstieg auf die klimafreundliche Fernwärme mit einer Umweltprämie. "Die aktuelle ‘Fridays-for-Future’-Bewegung im Rahmen der Klimadebatte bringt aktuell viele Bürger zum Nachdenken, wie sie ihren eigenen Beitrag zum Klimaschutz leisten können", informiert Michael Homann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke Karlsruhe.

Bedeutendes Potenzial für Emissionseinsparungen sehen die Karlsruher bei Öl-Heizungen – ganz wie die Bundesregierung, die in ihrem Klimaschutzpaket ein Einbauverbot für Öl-Heizungen ab 2026 beschlossen hat. Der Karlsruher Energieversorger möchte hier vorweggehen: "Unsere Umweltprämie soll die Kunden dazu ermuntern, sich bereits jetzt mit dem Thema Heizungsumstellung zu beschäftigen. Man könnte sie also auch als Abwrackprämie bezeichnen", erläutert Homann, "wir unterstützen den Umstieg zur Fernwärme weiterhin mit mindestens 2000 Euro und legen jetzt noch die Prämie oben drauf."

Bis zu 7400 Euro als Prämie

Sowohl die Förderung als auch die Umweltprämie sind in Karlsruhe abhängig von der Größe der Heizung. Für eine Anschlussleistung von 150 Kilowatt gibt es zum Beispiel insgesamt 4950 Euro, für eine Anschlussleistung von 300 kW sind es 7400 Euro. Aktuell werden rund 40.000 Wohneinheiten und eine Großzahl von Gewerbeeinheiten in der Stadt mit dieser ganz besonderen Form der Wärme versorgt. Und in Zukunft werden es noch mehr: Seit einigen Jahren bauen die Karlsruher Stadtwerke ihr Fernwärmenetz intensiv aus und schließen über eine dritte Haupttransportleitung Zug um Zug neue Stadtteile an.

Die Karlsruher Fernwärme stammt zu über 90 Prozent aus industrieller Prozessabwärme und aus Abwärme bei der Stromerzeugung in so genannter Kraft-Wärme-Kopplung. Hauptlieferanten sind die Mineralölraffinerie Oberrhein und das Rheinhafen-Dampfkraftwerk der Energie Baden-Württemberg AG. Sowohl die Raffinerie als auch das Kraftwerk nutzen dabei Abwärme, die sonst verloren ginge, konsequent für die Fernwärmeversorgung. Allein durch die Nutzung der Abwärme aus der Raffinerie reduziert sich der CO2-Ausstoß in Karlsruhe um rund 100.000 Tonnen jährlich.

Niedriger Primärenergiefaktor

Aufgrund ihrer Entstehung ist die Karlsruher Fernwärme eine klimaschonende und emissionsarme Heizenergie, die mit einem Primärenergiewert von nur 0,26 alle Anforderungen der Energie-Einsparverordnung und der Wärmegesetze des Bundes und des Landes Baden-Württemberg erfüllt. Insgesamt ist der Karlsruher Fernwärme-Ausbau ein wichtiger Beitrag zur Energiewende und eines der größten Klimaschutz-Projekte in Baden-Württemberg. Die Fernwärme in der Region Karlsruhe hat bereits 2016 den Umweltpreis des Landes Baden-Württemberg gewonnen. (sig)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper