Die Stadtwerke München (SWM) wollen mit Erdwärme und Großwärmepumpen klimaneutral werden. Bis zum Jahr 2045 plant der Versorger mehr als 65 Bohrungen und zehn große Wärmepumpen. Die Gesamtkosten für den jetzt vorgelegten Transformationsplan belaufen sich auf 9,5 Milliarden (Mrd.) Euro. 3 Mrd. Euro der Investitionskosten erhoffen sich die SWM aus der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze.
Ziel: Klimaneutralität bis 2040
Die SWM haben den Plan im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung im Münchner Klimarat vorgestellt. Der Gesetzgeber sieht vor, die Wärmeversorgung in Deutschland bis zum Jahr 2045 vollständig auf erneuerbare Energiequellen und die Nutzung unvermeidbarer Abwärme umzustellen. Die Stadtwerke München haben sich dafür das Jahr 2040 als Ziel gesetzt.
Suche nach Standorten läuft
Als "Kerntechnologie" wollen sie dabei auf Geothermie setzen. Fünf Geothermieanlagen sind bereits in Betrieb oder in der Planung. Standorte für weitere innerstädtische Anlagen suchen die SWM derzeit gemeinsam mit der Stadt München. "In Summe werden nach derzeitigem Stand zehn Geothermievorhaben mit mehr als 50 neuen Tiefbohrungen geplant", erläuterte SWM-Geschäftsführerin Regionale Energiewende Karin Thelen.
Die bereits bestehenden Anlagen sollen darüber hinaus durch zusätzliche Bohrungen leistungsfähiger werden. Vorgesehen sind außerdem kommunale Kooperationen mit Partnern. Die Wärme soll in das Münchner Fernwärme-Verbundnetz sowie an angrenzende Gemeinden fließen.
Der Transformationsplan listet auch bis zu zehn Großwärmepumpen auf. "Sofern möglich" direkt am Standort von Geothermieanlagen, um zusätzliche Wärme aus dem Rücklauf gewinnen zu können. Des Weiteren planen die SWM ein Biomasse-Heizkraftwerk sowie Nachfolgeanlagen zur thermischen Abfallbehandlung, möglichst mit CO2-Abscheidung, am Standort HKW Nord.
600 neue Trassenkilometer
Zudem sollen die erdgasbefeuerten Heizkraftwerke und Heizwerke auf grünen Wasserstoff umgestellt werden. Um all diese Projekte auch umsetzen zu können, muss das Fernwärme "intensiv verdichtet und ausgebaut werden". Bis zum Jahr 2040 sollen "gut 600 Kilometer" an neuen Leitungen dazukommen. Damit würde das Netz auf 1600 Leitungskilometer wachsen.
Für die Bürgerinnen und Bürgern Münchens bieten die Stadtwerke ein Beratungsangebot. Geklärt werde, in welchen Gebieten welche Art der Wärmeversorgung vorteilhaft sein könnte. Während den SWM zufolge für den Großteil die Fernwärme infrage kommt, seien in anderen Gebieten dezentrale Angebote wie Nahwärmenetze vorteilhafter.
Eine Informationsseite mit einer interaktiven Karte gibt einen ersten Überblick. Ab Sommer dieses Jahres sollen dort auch adressgenaue Informationen zu möglichen Wärmelösungen angeboten werden. (dz)



