Bild: © Peter Freitag/pixelio.de

Die baden-württembergischen Haushalte haben 2017 insgesamt 10 000 Tonnen mehr Müll produziert als im Vorjahr. Die kommunalen Entsorger haben rund 3,88 Mio. Tonnen an Haus- und Sperrmüll, einschließlich Geschäftsabfall, Wertstoffen und Biomüll eingesammelt. Der Anstieg ist laut Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) auf das Bevölkerungswachstum im Südwesten zurückzuführen. Zirka 64 000 Einwohnern zusätzlich, verursachen auch mehr Müll.

Betrachtet man allerdings das Pro-Kopf-Aufkommen ist ein deutlicher Rückgang des Müllaufkommens zu beobachten. Auf jeden Schwaben oder Baden kommen rund 353 Kilogramm Müll – ein Kilogramm pro Person weniger als 2016. Noch erfreulicher ist die Bilanz wenn Wertstoffe aus dem gelben Sack und Bioabfälle außen vor gelassen werden. Mit 139 Kilogramm pro Kopf erreicht Baden-Württemberg das niedrigste Müllaufkommen seit 1990.

Auch das Hausabfallaufkommen ohne Sperrmüll hat von 119 auf 118 Kilogramm pro Person abgenommen. „Von unserem Ziel im aktuellen Abfallwirtschaftsplan von 104 Kilogramm je Einwohnerin und Einwohner sind wir allerdings immer noch ein gutes Stück entfernt“, erklärte Untersteller.

Qualität von Biomüll erhöhen

Ein Grund für den Rückgang von Haus- und Sperrmüll ist die erfolgreiche Mülltrennung im Ländle. Mittlerweile beläuft sich der getrennt gesammelte Biomüll auf 50 Kilogramm pro Einwohner – ein Kilogramm mehr als im Vorjahresvergleich. Erst vor wenigen Tagen hat sich der Alb-Donau-Kreis nach zähmen Ringen zur Einführung einer Biotonne entschieden. Damit ist Sigmaringen der letzte Landkreis in Baden-Württemberg, der mit einer Getrenntsammlung auf sich warten lässt.

Eigentlich gilt bereits seit 2015 eine gesetzliche Pflicht zur Bioabfallsammlung. In einigen Kommunen und Kreisen wird diese jedoch noch nicht vollständig umgesetzt. In Baden-Württemberg ist man schon einen Schritt weiter und kümmert sich nun um die Qualität des Bioabfalls. Eine Mio. Euro stellt die Landesregierung bereit, um ein Verfahren zur „Detektion von Mikrokunststoffen“ im Kompost zu entwickeln.

Insgesamt fast 50 Mio. Tonnen Abfall in BW

Das gesamte Abfallaufkommen in Baden-Württemberg belief sich dem Statistischen Landesamt zufolge auf 49,7 Mio. Tonnen. Bei einem Großteil davon handelt es sich um Industrie- und Gewerbeabfall der direkt an private Entsorgungsunternehmen abgegeben wird. Die kommunalen Entsorger übernahmen rund 12 Mio. Tonnen Abfälle. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Menge um rund
149 000 Tonnen an. „Ursache hierfür ist der Anstieg der kommunal entsorgten Bauabfälle um rund zwei Prozent“, sagte Untersteller. (ls)

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