Private Entsorgungsunternehmen leiden trotz steigender Müllmengen in Privathaushalten unter der Corona-Krise. Knapp drei Viertel geben an, notwendige Investitionen deswegen zu verschieben oder ganz zu streichen, wie aus einer Umfrage des Bundesverbandes der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft unter Mitgliedsbetrieben hervorgeht. Zuvor hatte die "Welt" berichtet.
Während die Hausmüllentsorgung überwiegend von der Kommunalwirtschaft erledigt wird, sind viele private Unternehmen auf die Entsorgung im Gewerbebereich oder in der Gastronomie spezialisiert. Dort sei es in den vergangenen Wochen teilweise zum "vollständigen Einbruch von Erfassungsmengen" gekommen. Für spezialisierte Entsorger sei die Situation daher "punktuell schwerwiegend bis existenzgefährdend", heißt es in einer Stellungnahme des Verbandes. Wo nichts mehr produziert werde oder geöffnet sei, falle eben auch kein Müll an, sagte ein Sprecher.
Personalabbau möglich
Mehr als 40 Prozent der befragten Unternehmen rechneten damit, dass sich die Krise auch auf ihre Personalsituation auswirken werde. Gut jeder fünfte Betrieb ziehe sogar Entlassungen in Betracht.
Verbandspräsident Peter Kurth sagte: "In unserem Bereich wiegen die Auswirkungen besonders schwer, weil unsere Mitgliedsunternehmen zumeist mittelständische, familiengeführte Betriebe sind." Die Bundesregierung müsse ein Konjunkturprogramm aufsetzen, das auf eine nachhaltige ökologische Modernisierung im Sinne der Kreislaufwirtschaft setze. (dpa/hp)


