Drei Städte aus Nordrhein-Westfalen führen eine Liste der höchsten Müllgebühren in diesem Jahr an, soweit das Fazit einer Studie die das Forschungsunternehmen IW Consult für den Eigentümerverband "Haus und Grund" erstellt hat: Am teuersten ist die Entsorgung von Hausmüll deutschlandweit in Leverkusen. Es folgen Moers und Bergisch Gladbach. Am günstigsten in NRW ist die Müllentsorgung demnach in Bonn. Bundesweit landet die ehemalige Hauptstadt auf Platz acht.
Wie die Studienautoren allerdings zu diesen Ergebnissen gelangen ist höchst fragwürdig, so der VKU: "Die Bandbreite der Leistungen der kommunalen Abfallwirtschaft ist sehr groß. Die Autoren haben sich daher entschlossen, eine Reihe von Annahmen zu treffen. Dabei legen sie, wie sie selbst darlegen, an einigen Stellen „hypothetische“ und „approximierte“ Gebühren zu Grunde. Diese Behelfsrechnungen führen in der Summe in einigen Städten zu einem völlig verzerrten Bild – es werden Äpfel mit Birnen verglichen."
Die Kosten im Einzelnen
In Leverkusen kostet die wöchentliche Abholung des Hausmülls pro Musterhaushalt mit vier Personen laut Studie knapp 820 Euro im Jahr. Für die Autoren sind diese Gebühren «sehr hoch und die Berechnung, vor allem bei zusätzlich benötigtem Behältervolumen, nur schwer nachzuvollziehen». Das System sei zudem unflexibel. In der Bayer-Stadt gibt es nur den sogenannten Teilservice, bei dem die Haushalte die Mülltonnen selbst an die Straße stellen und sie dort wieder abholen müssen.
Zum Vergleich: Für Bonn, wo es sogar nur den sogenannten Vollservice gibt, geben die Autoren Gebühren in Höhe von 188 Euro im Jahr an.
Zahlen fälschlicherweise gepusht
Neben dem VKU übt auch die Stadt Leverkusen Kritik. Die kommunalen Entsorger dürften keinen Gewinn erzielen und müssten kostendeckend arbeiten. Doch viele Kostenfaktoren würden von den Autoren der Studie gar nicht berücksichtigt. So würden etwa neue Verträge für die Müllverbrennung deutlich mehr kosten als noch vor einigen Jahren. Auch das führe zu höheren Gebühren.
Beide Kommunalvertreter bezeichneten die in der Analyse angegebenen Zahlen zudem als falsch. «Die heute veröffentlichte Studie kommt zu Zahlen, die nichts mit den Gebühren zu tun haben, die wir von unseren Bürgern verlangen», heißt es von der Sprecherin aus Leverkusen und weiter: So würde der zweiwöchige Teilservice für eine vierköpfige Familie mit eigenem Haus nicht rund 562 Euro pro Jahr kosten, wie die Studie angibt, sondern nur knapp 349 Euro.
Schätzungen als Ausgangspunkt
«Die Studie geht davon aus, dass ein vierköpfiger Haushalt real 80 Liter pro Woche benötigt. Daher kommt sie auf höhere Zahlen», sagte die Sprecherin. Die meisten Haushalte kämen aber «nachgewiesenermaßen mit 60 Litern pro Woche aus».
IW Consult bezieht seine Daten hauptsächlich aus den Satzungen der Städte. Bei einem Großteil der Kommunen legten die Autoren zum Teil auch Schätzungen zugrunde, um einen Vergleich der unterschiedlichen Tarifgruppen zu ermöglichen. (dpa/ls)



