Egal ob Plastik, Pappe oder Zigarettenstummel – die Inverkehrbringer dieses Abfals sollen stärker an den Kosten für Stadtreinigung und Entsorgung beteiligt werden.

Egal ob Plastik, Pappe oder Zigarettenstummel – die Inverkehrbringer dieses Abfals sollen stärker an den Kosten für Stadtreinigung und Entsorgung beteiligt werden.

Bild: © Tim Reckmann/pixelio.de

Das Verpackungsgesetz hat zum Jahreswechsel die Recyclingquoten für Leichtverpackungen (LVP), Aluminium, Glas und Papier verschärft. Damit die neuen Anforderungen auch in die Tat umgesetzt werden, muss sich allen voran die Qualität des Sammelgemisches verbessern. So lautete der Tenor des Forums der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen zum Thema "Abfall ist wertvoll – seine Rückgewinnung in den Stoffkreislauf eine Herausforderung".

Damit mehr Abfälle recycelt werden können, muss bei den Inverkehrbringern der Verpackungen und den Endverbrauchern angesetzt werden. Michael Thews, stellvertretender Vorsitzender im Umweltausschuss des Deutschen Bundestages, betonte, je besser getrennt werde, umso besser könnte auch die Wiederverwertung gewährleistet werden. Dafür sei es wichtig, die Bürger mitzunehmen. Der Grundgedanke lautet: "Macht mit, es lohnt sich!"

Hasenkamp plädiert für's Reparieren statt Wegwerfen

Das derzeitige System macht es dem Verbraucher aber auch nicht immer leicht, ordentlich zu sortieren. Patrick Hasenkamp, Vizepräsident des VKU und Betriebsleiter der Abfallwirtschaftsbetriebe in Münster, übt Kritik: "Von einem simplen System sind wir meilenweit entfernt." Trotzdem müsse sich auch die Wegwerfmentalität hin zu einem nachhaltigen Konsum entwickeln. Hasenkamp nannte die Stichwörter "Abfallvermeidung", "Reparatur-Cafés" und "langlebige Konsumgüter".

Man müsse einen Fokus setzen auf die, die nach uns kommen. Aufklärung und Zusammenhänge zu vermitteln, sei wichtig, um die derzeit störstoffanfälligen Systeme zu verbessern. Denn Fehlwürfe behinderten die Arbeit der Entsorger und ließen Rohstoffe ungenutzt liegen, erklärte der VKU-Vizepräsident.

Hersteller müssen stärker in den Fokus der Politik geraten

Die Verantwortung der Hersteller wiederum betonte Jochen Ebbing von der Iserlohner Firma Lobbe, die sich mit der Wertstoffrückgewinnung in großen Anlagen befasst: "Die Hersteller interessiert nicht, ob sich ein Produkt gut recyceln lässt", behauptete Ebbing. "Es muss toll aussehen, sich einfach herstellen lassen, um es dann gut zu verkaufen." Hier müsste Ebbings Meinung nach der Gesetzgeber frühzeitig einschreiten und Einfluss auf die Hersteller und deren Produkte nehmen. (ls)

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