Wer nimmt welche Geräte zurück und warum haben Batterien und E-Schrott nichts im Restmüll zu suchen? Fragen über Fragen, die es bei der Verwertung von Batterien und Elektroaltgeräten (EAG) zu klären gibt, bevor sie Teil eines erfolgreichen Stoffkreislaufs werden können. Nicht zuletzt deshalb widmet sich die europäische Woche der Abfallvermeidung vom 17. bis 24. November der Entsorgung von genau diesen Problemfällen.
Das Umweltbundesamt (UBA), das neben dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU) und dem Umweltbundesministerium (BMU) die Schirmherrschaft für die Projektwoche trägt, startete zum Auftakt mit einer guten Nachricht: Mit einer Recyclingquote von 44,95 Prozent erfüllt Deutschland seinen von der EU-geforderten Soll (45 Prozent) in Sachen Altgeräteverwertung. Mit Inkrafttreten des neuen Verpackungsgesetzes zum Jahreswechsel ändert sich das allerdings, denn die Recyclingquoten steigen auf 65 Prozent für EAG. Um dieses Ziel zu erreichen, würden hierzulande rund 350 000 Tonnen an Geräten fehlen, erklärt Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA.
Die unbekannten Pflichten der Händler und Hersteller
„Knapp 465 000 Tonnen Kühlschränke, Waschmaschinen und Geschirrspüler verschwinden bei illegaler Sammlung oder in nicht zertifizierten Behandlungsanlagen“, so Krautzberger weiter. Schuld daran ist unter anderem mangelndes Wissen der Endverbraucher und die zum Teil mangelhafte Umsetzung des Verursacherprinzips bei Herstellern und Händlern. Die Rückgabe von Elektroschrott müsse einfacher gestaltet werden, da sind sich VKU-Vizepräsident Patrick Hasenkamp, Krautzberger und Florian Pronold, Parlamentarischer Staatssekretär im BMU einig.
Von den zwei Mio. Elektroprodukten die vergangenes Jahr gekauft wurden, fand nur jedes Zehnte seinen Weg zurück in den Einzelhandel. Einen Grund dafür liefert eine aktuelle Umfrage des UBA: Demnach kennt nur die Hälfte der 14 bis 29-Jährigen die Rücknahmeverpflichtung der Händler und Hersteller. Wer einen neuen Fernseher shoppt, kann den Alten gleich kostenlos dort lassen - zumindest in der Theorie. Die Praxis ist nämlich weitaus komplizierter, wie Hasenkamp skizziert: Man klemme sich nicht mal eben die ausgediente Flimmerkiste unter den Arm, schon gar nicht, wenn es spontan auf Shoppingtour ginge. Außerdem gilt die Rücknahmeregelung nur für Länden ab einer Größe von 400 Quadratmetern und nur im Gegenzug zu einem Neukauf – ausgenommen Kleinartikel, wie Handys, Rasierer oder elektrische Zahnbürsten.
Eine Frage der Einstellung
Aus Sicht von Pronold müssen Hersteller und Händler mehr in die Verantwortung ihrer Pflicht genommen werden, nur dann würde sich auch das Produktdesign hin zu mehr Nachhaltigkeit ändern. Eine konsequente Rücknahme wirke sich schließlich auch finanziell auf den Einzelhandel aus. Um Kosten zu sparen, müsste am Lebenszyklus und ihrer Reparaturfähigkeit gearbeitet werden. Besonders langlebig designte Produkte müssten für den Kunden gekennzeichnet werden, damit eine bewusste Kaufentscheidung möglich ist.
Information und Aufklärung steht auch im Fokus der Abfallvermeidungswoche. Insgesamt 450 Aktionen finden in allen Teilen der Bundesrepublik rund um das Thema nachhaltiger Konsum und richtige Entsorgung statt, denn trotz mancher Unübersichtlichkeiten bei Rücknahme- und Entsorgungsmöglichkeiten, liegt es auch an der Einstellung des Verbrauchers, ob er beim Kauf und Entsorgung auf die Umwelt achtet oder nicht. (ls)



