Der Fachkräftemangel hat seinen höchsten Stand seit 17 Jahren erreicht, so die aktuelle Untersuchung der ManpowerGroup.

Der Fachkräftemangel hat seinen höchsten Stand seit 17 Jahren erreicht, so die aktuelle Untersuchung der ManpowerGroup.

Bild: © SimpLine/stock.adobe.com

Der Fachkräftemangel trifft die deutsche Wirtschaft immer stärker: Branchenübergreifend würden 86 Prozent der Unternehmen hierzulande über Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen klagen, kleine Unternehmen (zehn bis 49 Mitarbeitende) haben dabei die größten Probleme, wie der Personaldienstleister ManpowerGroup mitteilt. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Zusatzbefragung des Unternehmens im Rahmen seines Arbeitsmarktbarometers für das 2. Quartal 2023 durchgeführt hat. 

Während 41 Prozent der befragten deutschen Unternehmen dem Fachkräftemangel mit flexibleren Arbeitszeitmodellen (z.B. Teilzeit) begegnen wollen, gaben 33 Prozent der Unternehmen an, mehr Flexibilität in Bezug auf den Arbeitsort (hybrides oder remotes Arbeiten) anbieten zu wollen. 35 Prozent der Arbeitgeber würden die Löhne anhebe wollen, um Fachkräfte für das eigene Unternehmen zu gewinnen, wie aus der Mitteilung hervorgeht.

Wo der Fachkräftemangel am stärksten ist

Unabhängig von den abgefragten Branchen und Regionen melden Personalentscheider in Deutschland, dass Bewerber*innen mit Kenntnissen im Bereich IT & Datenverarbeitung am schwierigsten zu finden sind (28 Prozent der Nennungen), gefolgt von Fachkräften in den Bereichen Human Ressources (23 Prozent) und Betrieb & Logistik (19 Prozent). Auch Vertriebs- und Marketingspezialisten (17 Prozent) sowie Mitarbeitende im Front Office und in der Kundenbetreuung (16 Prozent) gehören zu den meistgesuchten Fachkräften.

Weltweit geben vier von fünf Arbeitgebern (77 Prozent) an, Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen zu haben. Dies entspricht einem Anstieg von zwei Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr und mehr als einer Verdopplung zu dem Jahr 2010 (31 Prozent). Damit hat der globale Fachkräftemangel ein 17-Jahres-Hoch erreicht.

Benötigte Soft Skills immer seltener zu finden

Erschwerend käme laut der Mitteilung bei der Personalsuche hinzu, dass viele Bewerber*innen nicht über die nötigen Soft Skills verfügen, die neben der fachlichen Qualifikation aber ein weiteres entscheidendes Einstellungskriterium darstellen: Am häufigsten vermissen Arbeitgeber der Umfrage zufolge mit jeweils 28 Prozent Resilienz und Anpassungsfähigkeit sowie Zuverlässigkeit & Selbstdisziplin. Mit 24 Prozent ebenfalls schwer zu finden sind Mitarbeitende, die in puncto Zusammenarbeit und Teamfähigkeit oder mit kritischem Denken sowie analytischen Fähigkeiten überzeugen können.

Auch Führungsqualitäten und soziale Kompetenz seien laut der Umfrageergebnisse schwer zu finden, ebenso wie logisches Denken und Problemlösungskompetenzen (jeweils 21 Prozent). Um die Lücken bei den Neueinstellungen zu schließen und die unterschiedlichen Soft Skills auszubauen, setzt die Mehrheit der befragten Unternehmen unter anderem auf Trainings und Weiterbildungen für die Belegschaft.

Die Ergebnisse für die Zusatzbefragung zum Fachkräftemangel sind über diesen Link abrufbar: https://www.manpowergroup.de/de/insights/studien-und-research/studien/2023/03/24/13/08/studie-fachkraeftemangel-2023 (gun)

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