Die gemeinnützige Lui Che Woo Prize Ltd., benannt nach dem gleichnamigen Milliardär aus Hong Kong, hat am Mittwoch in der Inselregion die "Preise der Weltzivilisation 2018" in drei Kategorien verliehen: an die World Meteorological Organization, an die Pratham Education Foundation und persönlich an Hans-Josef Fell. Dass der 66-Jährige diese Auszeichnung aus der chinesischen Zivilgesellschaft bekommt, ist seit Ende August bekannt.
Der ehemalige Grünen-Abgeordnete und heutige Präsident der Energy Watch Group erhielt den Preis, der seit 2015 jährlich ausgelobt wird, in der Kategorie "Nachhaltigkeit", in der dieses Jahr ein Augenmerk auf die Entwicklung der Erneuerbaren gelegt wurde. Da liegt die Auszeichnung Fells nahe: Schließlich gilt er zusammen mit dem verstorbenen Hermann Scheer (SPD) als einer der Väter des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Es sollte unter Kanzler Gerhard Schröder durch garantierte, parlamentarisch für gut 20 Jahre pro Technologie festgelegte, auskömmliche Einspeisetarife einen Markt für die Errichtung grüner Kraftwerke schaffen.
"EEG ist über 100 Mal kopiert worden"
In einer Pressemitteilung nannte Lui Che Woo den Franken Fell "international anerkannt als Gründerfigur der weltweiten Erneuerbare- Energien-Bewegung". Fell sei seit den 70er Jahren als Umweltpionier tätig. Die Jury verwies darauf, dass er 1994 die weltweit erste Photovoltaik-Erzeugergenossenschaft gegründet und eben erfolgreich im Bundestag für das EEG gekämpft hat. Dieses Gesetz sei seitdem mehr als 100 Mal weltweit nachgeahmt worden. Es habe global zu einem neuen Stellenwert der regenerativen Energien beigetragen.
Fell ist Anhänger einer 100-prozentigen Energieversorgung aus Grünstrom in aller Welt, auch im Wärme- und Transportsektor. Dies aus klimapolitischen, aber auch aus friedens- und autarkiepolitischen Erwägungen heraus. (geo)
