Mit rund 400.000 laufenden Abos ist das Deutschland-Ticket beim Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) sehr beliebt. Mehr als die Hälfte aller Käufe findet über die RMV-App RMVgo statt. Doch derzeit kämpft der RMV massiv mit einer Betrugswelle.
Die Täter nutzen dazu die App. Sie kaufen Deutschlandtickets über das SEPA-Lastschriftverfahren und verwenden dabei geklaute oder gefälschte Kontodaten.
Ausfälle haben sich in wenigen Monaten verfünffacht
Diese Fälle haben in den vergangenen Monaten massiv zugenommen. Gegenüber dem Niveau von 2023 haben sich laut RMV die Zahlungsausfälle durch platzende Lastschriften aufgrund geklauter oder gefälschter Bezahldaten verfünffacht.
„Im Deutschland-Ticket-Verkauf verzeichnet der RMV derzeit Betrugsfälle in ungekanntem Ausmaß“, sagt RMV-Geschäftsführer Knut Ringat. Nachdem bislang die Zahl der geplatzten Lastschriftmandate im niedrigen Prozentbereich gelegen habe, waren im Februar schon rund zwölf Prozent der Deutschlandtickets betroffen. Der damit verbundene Schaden habe ein siebenstelliges Niveau erreicht.
Auch Kunden können sich strafbar machen
„Wir müssen nun handeln“, heißt es in Frankfurt. Daher schaltet der RMV in der App bis auf Weiteres die Bezahlart Lastschrift für Neukundinnen und -kunden ab. Wer das Ticket über die App RMVgo kauft, kann per Kreditkarte zahlen. Die Zahlung per Lastschrift ist auch möglich, entweder im RMV-Ticketshop auf rmv.de oder in den Vertriebsstellen des RMV.
In diesem Zusammenhang weist der RMV darauf hin, dass der monatliche Abonnementpreis für das Deutschland-Ticket bundesweit einheitlich bei 49 Euro liegt. Ermäßigungen gibt es nur für bestimmte Gruppen, etwa Studenten. Wer ein reguläres Deutschlandticket unter 49 Euro kauft, könne sich auch als Kunde nach § 259 des Strafgesetzbuchs der Hehlerei strafbar machen. (wa)



