Der Brennstoffzellen-Hybridbus von Solaris wird künftig in Österreich fahren.

Der Brennstoffzellen-Hybridbus von Solaris wird künftig in Österreich fahren.

Bild: © Solaris

Die Forschungs- und Entwicklungsbedarfe bei der Speicherung, dem Transport und der Betankung von Wasserstoff im Bereich Straßenfahrzeuge und Bahn stehen im Mittelpunkt eines Informations- und Grundlagenpapiers des Nationalen Wasserstoffrates. Im Fokus stehen dabei Wasserstoff als Treibstoff sowie die dazugehörige Infrastruktur.

Die wesentlichen Handlungsempfehlungen: Bestehende Tanksysteme sollten skaliert, ihre Produktionsprozesse optimiert werden. Generell gelte, dass sämtliche Tanks weltweit einheitlich zertifiziert werden sollten, heißt es weiter.

Alle Einzel-Komponenten des Wasserstoff-Flüssigtransports (beispielsweise Kompressoren, Turbinen, Armaturen, Pumpen, Tankschiffe, Ladesysteme) müssen in der Produktion skaliert und optimiert werden. Im Rahmen dessen sollten wegen höherer Effizienz Wasserstoff-Verflüssigungsanlagen mit gegenüber heute höherer Kapazität entwickelt werden. Gleichsam sollte die Entwicklung von kombinierten Wasserstofferzeugungs- und Verflüssigungsanlagen erfolgen, die direkt an Solar- oder Windparks (insbesondere Offshore) gekoppelt sind.

"Einigung für eine Wasserstoffnorm bei LKW wichtig"

Zuletzt sollten Anlagen entwickelt werden, die flüssigen Wasserstoff dynamisch und direkt auf See erzeugen. Für den Transport braucht es die Entwicklung größerer Flüssiggas-Behälter. Regulatorisch gelte es, Tonnage-Grenzen für den Transport und Zulassungskriterien große Kugeltanks zu klären, heißt es weiter.

Auch für LKW sollte eine Einigung auf eine Wasserstoffnorm (und bei Druckbetankung auf ein Druckniveau) erfolgen. Durch Materialforschung zu Fahrzeugtanks könne die technisch zulässige Wasserstoff-Temperatur im Tank erhöht werden, um den Energieverbrauch für Kühlung zu minimieren. Die technische Kommunikation zwischen Tankstelle und Fahrzeug müsste standardisiert werden.

Wasserstoff-Hubs sollen Angebot und Nachfrage für alle Verkehrsträger initiieren

Für einen schnellen, kosteneffizienten Ausbau des Tankstellen-Netzes sollten Typstandardisierungen der wesentlichen Baugruppen oder sogar kompletter Tankstellenkonzepte erfolgen. Zudem sollten Zulassungsvoraussetzungen für Tankstellen mindestens europaweit harmonisiert werden, so dass sie für alle Verkehrsträger geeignet sind. Genehmigungsverfahren für Tankstellen sollten standardisiert und vereinfacht werden.

Für eine Bündelung von Wasserstoff-Angebot und Nachfrage sollten Wasserstoff-Hubs initiiert werden, die von mehreren Verkehrsträgern (mindestens Bahn und Schwerlastverkehr, idealerweise auch Schifffahrt) und gegebenenfalls Industrieverbrauchern genutzt werden.

Dazu müssten Busflotten, Bahn-Infrastruktur, Car-Parks und Tankstellen zusammen geplant werden. Eine solche Bündelung würde eine Belieferung durch Wasserstoff-Pipelines erst lohnend machen. Wasserstoff-Hubs sollten vor allem dort entstehen, wo entweder Wasserstoff in großen Mengen hergestellt werden kann (beispielsweise in norddeutschen Ballungsräumen) oder absehbar in großen Mengen verbraucht wird (beispielsweise im Ruhrgebiet). Das komplette Grundlagen- und Informationspapier finden Sie hier.  (hoe)

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