Mehrere Verbände laufen Sturm wegen der geplanten Konditionen für die KWK im Kohleausstiegsgesetz.

Mehrere Verbände laufen Sturm wegen der geplanten Konditionen für die KWK im Kohleausstiegsgesetz.

Bild: © XtravaganT/AdobeStock

Die Bundesnetzagentur ermittelt am 2. Juni den finanziellen Förderbedarf für neue und modernisierte konventionelle und innovative KWK-Anlagen. Das ausgeschriebene Volumen in der bevorstehenden Runde beträgt 75 MW im konventionellen und rund 29,5 MW im innovativen KWK-Segment, der zulässige Gebotshöchstsatz liegt bei 70 Euro je MWh (konventionell) bzw. 120 Euro je MWh (innovativ). Die Zuschläge werden nach dem "Pay-as-bid"-Verfahren vergeben.  

Nach Einschätzung der energiewirtschaftlichen Unternehmensberatung Enervis Energy Edvisors GmbH bestehen in der kommenden konventionellen Ausschreibungsrunde verstärkt Chancen auf lukrative Zuschlagssätze für das Teilnehmerfeld. In der vorhergehenden Runde kam auf eine Ausschreibungsmenge von circa 80 MW ein Angebot von 58,2 MW, wovon aufgrund von Ausschluss vom Gebotsverfahren lediglich 53,6 MW bezuschlagt wurden. Mutige Bieter konnten mit bis zu 6,84 ct/kWh hohe Zuschlagssätze erzielen.

Trend wird bestätigt: Konventionelle Auschreibung nicht ausgeschöpft

Dass sich dieser Trend in der bevorstehenden Ausschreibungsrunde bestätigen könnte, zeigt eine von Enervis durchgeführte Online-Umfrage unter Branchenexperten. So schätzen rund zwei Drittel (67 Prozent) der Befragten die Wettbewerbsintensität in der konventionellen Ausschreibungsrunde als "schwach" ein und rechnen mit einer Unterdeckung der Auktion, teilt das Unternehmen mit.

"Unsere ersten Vorab-Modellierungen zur KWK-Ausschreibungsrunde bestätigen diese Markteinschätzung. In der kommenden konventionellen Ausschreibung scheint es gut möglich, dass das ausgeschriebene Volumen nicht ausgeschöpft wird. Bestätigt sich diese Einschätzung, eröffnen sich natürlich auch Optimierungsmöglichkeiten für die Bieter hinsichtlich ihres individuellen Projekts",so Christoph Pfister, Berater bei Enervis.

Anderes Bild im iKWK-Segment

Im Gegensatz dazu sehen die Experten in der Mehrheit einen ausgeglichenen Wettbewerb für das innovative KWK-Segment: Knapp 75 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Angebotsmenge in etwa die von der Bundesnetzagentur ausgeschriebene Nachfrage deckt. Aufgrund der außergewöhnlichen Situation durch die Covid-19-Pandemie werden für die aktuelle Ausschreibungsrunde die Zuschlagsentscheidungen vorerst nicht öffentlich im Internet bekanntgegeben.

Das Anlaufen von Fristen, wie z.B. für die Umsetzung der Projekte oder Pönale, wird hierdurch verhindert. Bei Realisierungsfristen für bereits bezuschlagte Gebote gilt dies für die KWK entgegen dem EE-Segment nicht. Hier sieht die Bundesnetzagentur keinen Handlungsbedarf. (gun)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper